Vorankündigung: Das Mittelalter in Oberbarmen – Vom Leben an der Grenze, Rittergütern und Bauernburgen

Rittershausen um 1900

Rittershausen um 1900

Der gemeine Oberbarmer hört schlechte Musik, steht am Berliner Platz und kümmert sich wenig um sich oder seine Umwelt, so lange genug Bier am Kiosk zu holen ist. Mit Hund und eingeschworener Peer-Group sitzt er als störendes Element herum und zeigt jedem, der sich mit der Schwebebahn nach Oberbarmen verirrt, warum dieses Quartier ein sozialer Brennpunkt ist.

Doch das war nicht immer so. Noch vor 100 Jahren fuhr die Schwebebahn nicht von Vohwinkel nach Oberbarmen, sondern nach Rittershausen – ein Name, der klar zeigt, dass in Oberbarmen einmal ein Rittersgut gestanden haben muss. Woher kommt dann der Name Oberbarmen? Seit wann gibt es ihn und wo ist eigentlich genau die Grenze zu Unterbarmen? Gibt es Barmen überhaupt?

Wer einmal anfängt, sich mit der Geschichte Oberbarmens auseinanderzusetzen, der stellt schnell fest: Hier liegen viele Geheimnisse, und nichts ist so klar, wie es scheint. Denn Oberbarmen, das ist nicht nur der Berliner Platz, Oberbarmen ist auch Wupperfeld, Heckinghausen, Wichlinghausen und zu einem gewissen Teil auch Nächstebreck und Langerfeld (die das oft nicht wahrhaben wollen).

Oberbarmen ist nicht unbedingt besser als sein Ruf, aber es hat wesentlich mehr zu bieten, als das, was man kennt. Was genau das ist, wie weit man dafür zurück gehen muss und was man über diesen Raum, der von Wichlinghausen bis Heckinghausen reicht, eigentlich alles wissen könnte, erfährt man am 10. September, ab 17.30 Uhr in den Gruppenräumen der Erlöserkirche in der Stahlstraße 9 (ganz nah an der Grenze zu Unterbarmen). In die Geheimnisse weiht Heiko Schnickmann ein.

Der Eintritt ist frei.

Mayze – Emotionaler Progressive-Metal-Rock aus NRW

The Land of Lucid Feathers ist der Titel des Debütalbums des 2012 gegründeten Quintetts Mayze. Die Band verbindet progressiven Metal-Rock mit Elementen von Gothic, Trip-Hop und Psychedelic. Der Name der Truppe ist bewusst gewählt, da sich die verschiedenen Elemente der Musik wie ein Labyrinth (englisch: Maze) aus Tönen darstellen. Nun sind Mayze mit ihrer audiovisuellen Show unterwegs. Sängerin Maike Flüshöh erklärt das musikalische Konzept der Gruppe.

Mayze

The Land of Lucid Feathers ist ein Konzeptalbum, in dem sich der Protagonist auf eine Reise ins das eigene Ich begibt. Das ist eine Reise, die er allein machen muss und die auch Leid und Schmerz bedeutet“, erklärt sie. Die sehr abwechslungsreiche Musik von Mayze, die von der ausdrucksstarken Stimme von Maike dominiert wird, ist diesen Sommer und diesen Herbst in Deutschland, vor allen Dingen in Nordrhein-Westfalen live zu sehen. Die Künstler, die ihr Debüt in Eigenproduktion entwickelt haben, bieten ihrem Publikum eine Show mit Tanzeinlagen und ausgefallenen Kostümen. Das Motiv der Feder ziehen die Musiker konsequent durch. Wer das Erstlingswerk in den Händen hält, entdeckt entzückt die Vogelfeder, die der CD als Beilage hinzugefügt ist. Auch die Kostüme und das Haar der Musiker sind auf der Bühne mit Gefieder geschmückt.

Liebhaber des mit Metal kombinierten Frauengesangs, die mit Vorliebe über den musikalischen Tellerrand schauen, werden The Land of Lucid Feathers sicherlich zu schätzen wissen. Das Album präsentiert sich musikalisch abwechslungsreich und ist – trotz des Progressive-Elements – extrem melodisch und angenehm anzuhören. Wuppertaler haben die Gelegenheit, Mayze am 12. September in der Metalkneipe Underground bei einem Met oder einer Bio-Cola zu erleben. 

Unplugged: Spielmann Michel aus Herne

Ein Spielmann mittelalterlicher Tradition zieht in der Regel von Ort zu Ort und versucht, sich mit einem fröhlichen Lied Kost und Logis zu verschaffen. Michael Völkel, auch Spielmann Michel genannt, spielt unplugged auf kleinen Märkten und Festen.

Michel

Foto: Beatrix Hagemann-Kask

Wuppertalern könnte der wackere Geselle vom mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf dem Laurentius-Platz oder dem lustigen Markt am Beuler Bach in Oberbarmen bekannt sein. (Dieser findet dieses Jahr am 26. und 27. September in direkter Nähe zu euren Lieblingsjournalisten statt. ;)) Dort wird sich auch dieses Jahr die Gelegenheit ergeben, der handgemachten Musik des Barden zu lauschen.

Die aktuelle CD des Musikers aus Herne heißt „Rattenplage“ und ist nur auf der Seite des Spielmanns zu bekommen. „Das Spannende ist, dass es ein multimediales Gesamtprojekt ist. Meine Texte sind, hauptsächlich vom Zeichner Metin Temel, als Comic illustriert worden. Den gibt es zum Album dazu“, erklärt Spielmann Michel. Der Comic ist in Marvel-Optik gehalten und beschreibt die Abenteuer eines durch die Zeit reisenden Spielmanns.

Michel nimmt immer wieder Kontakt zu seinem Publikum auf und geht spielend durch die Reihen. In seinen Songs greift er alte Motive auf und entwickelt sie parodistisch weiter. „Der Rattenfänger spielt zum Beispiel so scheiße, dass die Ratten weglaufen“, verrät der Künstler. Zu seinem Repertoire gehören zudem noch „schäbbige Lieder aus sieben Jahrhunderten“. Auf Michels Seite können sich Freunde der handgemachten Musik über künftige Konzerttermine informieren.

Girls with guns und damsels in distress – Mercedes Alejandra Goudet Astudillo im Interview [Crosspost mit Ruhrbarone.de]

Für die Ruhrbarone sprach Julius Hagen mit der Künstlerin Mercedes Alejandra Goudet Astudillo. Der Artikel erscheint in freundlicher Absprache bei Wuppermond als Crossposting.

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Die Künstlerin Mercedes Alejandra Goudet Astudillo lebt und arbeitet in Köln. Geboren im venezuelanischen Caracas, erlebte sie eine Kindheit in einer politisch und religiös geprägten Umwelt. In ihren Gemälden beschäftigt sie sich mit der Gleichstellung der Geschlechter und religiöser Heuchelei. Als Autodidaktin kämpft sie mit ihren grafischen Inszenierungen für die Emanzipation der Frau, Liberalismus, Toleranz und die freie Verfügung über den eigenen Körper.

 

Mercedes Alejandra Goudet Astudillo im Interview mit Julius Hagen

Mercedes Alejandra Goudet Astudillo im Interview mit Julius Hagen

Mit welchen Instrumenten arbeitest du und warum hast du dich für gerade diese Medien entschieden?

Ich arbeite mit Photoshop und mache digitale Collagen, das heißt ich verarbeite digitale Fotoausschnitte, bearbeite sie und füge sie zusammen. Dabei arbeiten mir Fotografen zu. Sie stellen mir ihre Bilder zur Verfügung. Neben Fotos arbeite ich eigene Zeichnungen und Aquarelle in meine Collagen ein.

Das ist ja immer nah am Design dran. Photoshop ist schuld an viel digitalem Kitsch.

Das stimmt. Gerade das will nicht machen. Ich möchte digitale Kunst schaffen, die mehr als nur Grafikdesign ist. Vieles, was mit Photoshop entsteht, ist sehr grafisch, zweidimensional und sehr platt. Ich möchte digitale Bilder schaffen, die wie Gemälde wirken. An meinen Bildern arbeite ich, bis ich wirklich zufrieden bin. An manchen Bildern arbeite ich zehn Tage, an anderen drei Wochen.

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Du arbeitest viel mit popkultureller Ikonographie- von Marge Simpson über Superheldinnen wie Wonder Woman bis hin zu Schauspielerinnen aus Pulp-Filmen…

Ich benutze Bilder von Frauen, die politisch interessant sind oder in ihrer Zeit etwas bewegt haben.

Was steht dabei im Vordergrund – das Ästhetische oder das Politische an den Figuren?

Beides. Ich bin eine Ästhetin und liebe das Schöne. Aber Schönheit und Ernst sind kein Widerspruch. Auch unangenehme Fragen lassen sich schön verpacken, sodass man bei genauem Blick erkennt, was dahintersteht.

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Du hast im Studio Divas Dome ausgestellt. Wie kamst du dazu, in einem SM-Studio auszustellen?

In meinen ersten Ausstellungen habe ich zwei Bilder präsentiert, bei denen Bondage im Fokus stand und die sehr gut angenommen wurden. Gleichzeitig hatte ich viel Material von Fotografen angesammelt, die ähnliche Motive zeigen. Daher habe ich eine Serie mit fünfzehn Arbeiten hergestellt. Eine befreundete Künstlerin wohnte in dem Haus, in dem sich auch das Studio befindet. Sie ist sehr gut mit der Inhaberin befreundet und hat den Kontakt hergestellt.

Die Innenräume des Studios waren sehr gut für eine Ausstellung geeignet – weiße Wände und viel Licht waren gute Voraussetzungen für eine Vernissage. Das Studio selbst ist nicht versteckt und schäbig, sondern steht mitten in einem Wohngebiet. Gleichzeitig setzt sich die Chefin sehr dafür ein, dass in ihren Räumen auch Kunst ausgestellt wird. Einmal im Jahr macht sie einen „Tag der offenen Tür“ mit Ausstellungen. Mittlerweile arbeite ich mit der Inhaberin intensiv zusammen. Sie macht Bondage- und Fetisch-Fotographie und stellt mir Aufnahmen zur Verfügung.

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Auf deinen Bildern finden sich nicht nur girls with guns, sondern auch Motive von gefesselten Frauen – angelehnt an Bondage- und „damsel in distress“-Motive. Wie gehen die Fotographie von gefesselten Frauen in aufreizenden Posen und eine feministische Botschaft zusammen?

Das ist Ansichtssache. Natürlich sind die Frauen eingeengt und gefesselt. Aber ich sehe Frauen, die dabei sind, sich zu befreien. In einem Bild ist Wonder Woman geknebelt. Man hat das Gefühl, sie will etwas sagen, sie will ihre Hände ausstrecken und schreien und für etwas kämpfen, das ihr wichtig ist.

Und wie passt Barbarella in dieses Konzept?

Barbarella ist ein Motiv meiner Reihe Girls with Guns. Wenn man die Figur sieht, kann man denken, es sei eine Fantasie für Männer. Aber dahinter steht Jane Fonda, die als öffentliche Person feministische Botschaften vertritt – eine wunderschöne Frau, die sich als öffentliche Person für die Gleichberechtigung von Mann und Frau eingesetzt hat.

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Manche Vertreter des Feminismus sehen in der Darstellung weiblicher Sexualität in der Popkultur eine Form der Ausbeutung der Frau, die lediglich Ausdruck männlicher Phantasien ist. So behauptet die Genderphilosophin Judith Butler, die Burka sei als Ausdruck selbstgewählter Würde der Frau. Schleier und Burka gelten ihr nicht als Zeichen männlicher Unterdrückung, sondern als Akt weiblicher Selbstermächtigung. Auf der anderen Seite treten feministische Organisationen wie die Femen oder Pussy Riot entkleidet auf, um feministische Botschaften zu transportieren. Ist die Darstellung des weiblichen Körpers ein Instrument der Emanzipation oder der Unterdrückung?

Feminismus bedeutet nicht, sich bedeckt zu halten. Ich stehe da auf der Seite von Pussy Riot. Wenn man Feministin ist, sollte man nicht nur das klassische Bild von Feministinnen sehen. Warum sollten wir unsere Körper verstecken? Als Feministin muss man sich auch nicht vermännlichen, um frei zu sein. Und warum sollte man weibliche Reize nicht nutzen, um seine Botschaft zu verbreiten? Das ist Ausdruck und Teil der Freiheit. Wenn eine Frau eine Burka trägt und sich dabei frei fühlt, kann sie das gerne tun. Aber man kann seine Weiblichkeit auch als Waffe benutzen, wenn man seine Brüste entblößt und schreit ‚Freiheit für alle!‘.

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Im Augenblick wird über ein Verbot von Werbeplakaten mit aufreizenden Frauen im Bikini diskutiert. Aufhänger war ein Plakat eines Herstellers von Proteinpulver. Die Anzeige zeigt eine blonde, schlanke Frau in einem gelben Zweiteiler. Umrandet ist das Ganze mit den Worten „Are you beach body ready?“ Ist die Darstellung von attraktiven, leicht bekleideten Frauen im öffentlichen Raum diskriminierend gegenüber Frauen?

An dieser Werbung ist nichts Schlimmes. Natürlich wollen Frauen schön sein, wenn sie zum Strand gehen. Es wird für Fitness geworben. Natürlich nimmt der Hersteller keine molligen Frauen. Ich verstehe nicht, warum Frauen sich darüber aufregen. Eine andere Sache sind diese Schönheitsideale, mit denen junge Mädchen nicht klarkommen und denken, sie müssen 35 Kilo wiegen.

Die Franzosen denken gerade über ein Verbot der sogenannten „Magermodels“ nach.

Diese Diskussion gibt es ja seit Jahren. Ich bin dafür, dass man auch Frauen mit Kleidergröße 40 zeigt. Schönheit hat viele Gesichter und findet sich in allen Gewichtsklassen. Das Wichtigste ist, dass man gesund ist und sich im eigenen Körper wohl fühlt. Aber zu magere Frauen kommen für meine Bilder oft nicht in Frage. Ich habe schon Arbeiten von Fotografen, die mir zuarbeiten, abgelehnt, weil ich an zu stark abgemagerten Frauen nichts finde.

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Sind deine „girls without shame“ nicht nur eine Verklärung der Weiblichkeit ins Mystische oder gar die Verbildlichung allein männlicher Phantasien?

Ich will mit der Reihe nicht „Frauen ohne Scham“ zeigen, sondern fordere, dass sich Frauen für ihre Weiblichkeit nicht schämen sollen. Ich habe mich lange für mein Frau-Sein geschämt. Das war ein Resultat meiner religiösen Erziehung – gerade in der Pubertät. Über den weiblichen Körper redet man in der katholischen Kultur nicht. Meine Pubertät wäre wesentlich schöner verlaufen, wenn man freier mit mir umgegangen wäre.

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Wer sind die Helden des Feminismus der Gegenwart?

Ich könnte natürlich Sängerinnen oder Künstlerinnen nennen. Wichtiger sind aber die Heldinnen des Alltags. Zum Beispiel die Frau, die ihre vier Kinder alleine großzieht. Das war auch Teil meiner Erziehung. Von Südamerika sagt man ja, dass es dort viele Machos gibt. Aber in meiner Familie hatten starke Frauen das Sagen. Sie haben sich ein freies Leben erkämpft.

Trotz der katholischen Kultur?

Natürlich sind wir sehr religiös erzogen worden. Aber wenn du eine Frau bist, die von ihrem Mann sitzen gelassen wurde, dann denkst du nicht mehr an Religion, sondern daran, wie du dich durchschlägst und deine Kinder groß ziehst. Dann merkst du: Lieben heißt kämpfen, das heißt arbeiten gehen und sich behaupten in Berufen, die nicht typisch für Frauen sind – weil man überleben muss. In meiner Familie lebt die Hälfte der Frauen geschieden. Diese Frauen arbeiten wie Männer. Das Latino-Macho-Bild ist eher eine romantische Vorstellung. Der Latino-Macho ist ein hilfloser Mann – ohne die Mama läuft da gar nichts. Die Männer sind dort irgendwann stehen geblieben, während die Frauen in meiner Heimat eine starke Entwicklung durchlaufen haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Drei zogen nach Hardenberg. Eine Mär über Hochprozentiges, Naschwerk und Anderthalbhänder

Foto: Harald Fennel

Foto: Harald Fennel

In den Nachmittagsstunden betrat der Wuppermond-Redakteur mit seinen wahnwitzigen Weggefährten H. und K., dem Besitzer und Lenker des Wuppermond-Einsatzfahrzeugs, bei sommerlichstem Wetter das Gelände. Schon auf den ersten Blick konnte man sehen, dass die Reise sich gelohnt hatte. Großräumig verteilten sich Zelte und Stände im Umfeld des Schlosses und sofort waren die ersten Stände mit nordischem Silber- und Bronzeschmuck und exotischen Speisen entdeckt. Während ich mich mal wieder nicht entscheiden konnte und die feilgebotenen Schonen- und Bornholm-Thorshämmer und Axt-Amulette inspizierte, erwarb einer meiner Kumpane am „Byzantinischen Naschwerk“-Stand eine besonders exquisite Leckerei: Kirschen im Joghurtmantel. Vorzüglich.

Foto: Harald Fennel

Foto: Harald Fennel

Auch sonst war bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Tomaten dürften zwar, wie Freund H. richtig anmerkte, normalerweise nicht auf mittelalterlichen Speisekarten zu finden gewesen sein, aber gemeinsam mit Oliven und würziger Soße sind sie schon ein nicht zu verachtender Gaumenschmaus, genauso wie die mit Speck, Zwiebeln und Knoblauch gefüllten Fladen am Stand ein paar Meter weiter. Freunde des kreativen Biergenusses konnten es sich bei Honigbier und Kirschbier gutgehen lassen. Wenn es dann noch ein paar Prozent mehr sein durften, hatte man an verschiedenen Ständen die Qual der Wahl zwischen diversen Met- und Likörsorten. Ich für meinen Teil gab der Versuchung nach, mir beim „Kleiner- Kobold- Whisky-Eck“ ein Pröbchen „Glen Garioch“ zuzulegen, welches in nicht allzu ferner Zeit mit meinem Gaumen Bekanntschaft machen wird.

Auch Tanz, Spielmannskunst und der mal mehr, mal weniger ritterliche Waffengang durften natürlich auf einem zünftigen Spectaculum nicht fehlen. Wer sich dagegen selbst mit anderen messen wollte, konnte dieses beim Bogenschießen oder bei mittelalterlichen Brettspielen tun. Wellness nach Mittelalterart erwartete erholungsbedürftige Zivilisationsgeplagte im Badezuber oder bei der Leibkneterei.

Foto: Harald Fennel

Foto: Harald Fennel

Am Stand von Ri-Art waren nicht nur knorrige Trolle und Gnome, liebreizende Feenwesen, schwer gerüstete Zwerge und mächtige Drachen zu bewundern. Auch Pan- und Cernunnos-Statuetten, die eine Zier für jeden heidnischen Hausaltar darstellen würden, konnte man dort erwerben. Besonders hervorheben möchten wir auch die „Hunde-Tränke“ für durstige Vierbeiner beim Keltentarot-Zelt. Eine sehr schöne und tierliebe Idee, gerade im Hochsommer. Es wäre schön, wenn es so etwas öfters gäbe. In jedem Fall war für Vierbeiner und Zweibeiner gesorgt und man hätte stundenlang verweilen können bei Met und würzigen Speisen und shoppend lustwandeln an Ständen mit mittelalterlichen Gewändern, kunstvoll verzierten Lederwaren, Bernsteinschmuck, Helmen, Gambesons und Rüstungsteilen, edlen Damastklingen, Schwertern in allen erdenklichen Größen und Formen, bis hin zu schweren Anderthalbhändern.

Aber ach, allzu früh mahnten die Gefährten zur Eile, denn ihr Terminkalender war voll. Adé, du schöner Mittelaltermarkt.

Kunstvolle Kostüme und reizende Riesen – die RPC 2015

Riesen, Faune und putzige Anime-Figuren: Auch dieses Jahr bot die RPC viele Anregungen für Rollenspieler aller Art. Das Team von Wuppermond sah die Wermelskirchener Steampunkband Aeronautica, gefährliche Greifvögel und exzellent ausstaffierte Rollenspieler aus allen Bereichen. Unsere Galerie seht ihr unten. Diese zeigt viele schöne Menschen und Kostüme. <3

P.S.: Spiderman ist Linksträger.

Cosplay, Workshops und das Mittelalter – die RPC in Köln

rpc_logoJedes Jahr im Mai pilgern Rollenspieler und andere Nerds zur Role Play Convention in Köln. Dieses Wochenende ist es endlich wieder soweit. Auf der um zehn Uhr beginnenden Messe werden jährlich Klassiker und Neuheiten diverser Spieleverlage vorstellt. Darüber hinaus haben Fans von Video- und Konsolenspielen die Möglichkeit, diese unter großem Geschepper auf überdimensionierten Leinwänden auszuprobieren. Auf dem Außengelände befindet sich ein stimmungsvoller Mittelaltermarkt, wo Freunde vergangener Zeiten an zahlreichen Ständen ihre Geldbörse erleichtern und diversen Bands lauschen können.

Charmante Orks bei der Arbeit (RPC 2014)

Charmante Orks bei der Arbeit (RPC 2014)

Wer die RPC besucht, sollte schon ein wenig Zeit mitbringen. Die Auswahl an Workshops, Spielen oder Ständen ist groß und vielfältig. Auf dem Programm stehen Kurzlehrgänge wie „Schminken im Larp“ oder „Kochen mit Met“. Schmerzresistente Besucher können sich im Schwertkampf oder der Sportart Jugger üben und sich während einer Greifvogelschau von einem Uhu oder Adler entgräten lassen. Game of Thrones-Fans dürfen sich besonders freuen, denn dieses Jahr sind gleich zwei bekannte Gesichter auf der RPC zu sehen. Der wortgewandte Hodor und die Schwester von Theon Greyjoy sind auch zugegen. Die freundlichen Frauen und Männer von Wuppermond werden, wie beim Besuch im letzten Jahr, natürlich versuchen, mit diesen Prominenten zu sprechen.

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Aeronautica

Musikalisch wird an beiden Tagen viel geboten. Am Samstag spielen die Wermelskirchener Steampunktruppe Aeronautica und der allseits bekannte Jan Hegenberg. Am Sonntag treten immer wieder die schwedischen Piraten von Ye Banished Privateers auf. Den krönenden Abschluss bildet die Symphonic-Metal-Band Xandria.

Das gesamte Programm könnt Ihr, liebe Leser, unter www.rpc-germany.de finden.

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