Chronicles of Kroppzeuch – Charaktere wie du und ich

Es gibt Situationen, in denen das Heldentum den Charakter einer Spielrunde einfach im Stich lässt. Schmählich und ohne Vorwarnung. Es beginnt episch und endet in einer Situation, in der der einst große Recke ohne Vorwarnung die Hosen herunter lässt. Mit diesen allzu menschlichen Situationen in Pen-and-Paper– oder Live-Rollenspiel beschäftigt sich der Web-Comic „Chronicles of Kroppzeuch“ der Wuppertaler Rollenspielerin Judith.

Wir haben die kreative Wuppertalerin besucht und einige Informationen aus ihr herausgequetscht:

Wuppermond: Wie bist du eigentlich zum Zeichnen gekommen?

Judith: Mit PnP habe ich angefangen, da war ich etwa siebzehn. Mich hat das von Anfang an fasziniert: Charaktere aus dem nichts zu erschaffen, ihnen einen Namen und eine Geschichte zu geben und mit ihnen in eine Geschichte einzutauchen. Und weil das zu den Hobbys gehört, die man definitiv nicht allein betreiben kann, hatte ich von Anfang an tolle, kreative Menschen um mich herum. Manche Spielsituationen waren so packend, dass man nicht mal mit einer Chipstüte rascheln konnte. Manche waren traurig. Und viele, sehr viele, waren zum Brüllen komisch. Irgendwann begannen wir, sie aufzuschreiben, damit sie nicht verloren gingen. Und noch etwas später versuchte ich zum ersten Mal, die wirklich komischen Dinge aufzuzeichnen, in Comicgestalt.

Wuppermond: Und warum zeichnest du Chibis?

Judith: Glücklicherweise haben die Japaner dafür eine Kunstform entwickelt, die auch total untalentierten Menschen erlaubt, etwas zu Papier zu bringen. Die vereinfachte ich dann. Heraus kamen die kleinen Kroppzeuchgestalten, die damals noch nicht so hießen.

Wuppermond: Der Namen „Kroppzeuch“ ist ja nun nicht gerade schmeichelhaft. Wie bist du auf den Namen der Seite gekommen?

Judith: Lange Zeit zeichnete ich nur für meine Spielgruppe, später auch für meine Vampire Live Domäne. Da wurde auch der Begriff Kroppzeuch geboren: Hier im Herzen Elberfelds in den alten Räumen des Undergrounds. Ein alter Blutsauger sprang mit einem Urlaut der Verzweiflung auf und brüllte: „Ich kann mit diesem… diesem Kroppzeuch nicht arbeiten!

Wuppermond: Was ist deine Inspirationsquelle?

Judith: Die meisten Dinge, über die ich zeichne, denke ich mir gar nicht selbst aus. Sie entstehen in Cons, die ich besuche, oder PnP-Runden, in denen ich mitspiele. Sie ereignen sich im Dunstkreis der wundervollen verrückten Menschen, die zu kennen ich die Ehre habe. Die Comics sind keine Fiktion, auch wenn ich mir das Recht vorbehalte, schamlos zu übertreiben oder komplizierte Schauplätze durch grüne Wiesen zu ersetzen, weil ich zu faul bin und perspektive Darstellung stinkt. Sie sind ein Versuch, tolle, komische, dämliche oder skurrile Momente auf eine Weise festzuhalten, die sie lebendig hält: Nämlich, indem andere darüber lachen.

Einen nicht so sehr auf das Rollenspiel bezogenen Comic hat Judith uns weiter unten zur Verfügung gestellt. Die Frühschichtler unter euch werden ihn lieben:
(Zum Vergrößern anklicken)

Frühschicht

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