Kunstvolle Kostüme und reizende Riesen – die RPC 2015

Riesen, Faune und putzige Anime-Figuren: Auch dieses Jahr bot die RPC viele Anregungen für Rollenspieler aller Art. Das Team von Wuppermond sah die Wermelskirchener Steampunkband Aeronautica, gefährliche Greifvögel und exzellent ausstaffierte Rollenspieler aus allen Bereichen. Unsere Galerie seht ihr unten. Diese zeigt viele schöne Menschen und Kostüme. <3

P.S.: Spiderman ist Linksträger.

WGT 2014 – Schwarze Romantik, viktorianischer Chic und mittelalterliche Klänge

Das WGT (Wave Gotik Treffen) jährte sich zum 23. Mal und wurde auch dieses Jahr von Gothics aller Couleur besucht. Wie jedes Mal war das Angebot an Events so groß und vielfältig, dass der gemeine Schwarzgewandete nicht auf Anhieb wusste, wohin er seine bestiefelten Füßchen wenden sollte. Auch die dreiköpfige Redaktion von Wuppermond musste sich zunächst orientieren. Eine kleine Auswahl unserer Erlebnisse präsentieren wir euch hier.

Das viktorianische Picknick 

Viktorianisches PicknickWer die Kleidung vergangener Jahrhunderte den Lumpen heutiger Modefirmen vorzieht, der besucht auf dem WGT den Clara-Zetkin-Park, wo sich beim Viktorianischen Picknick  elegante Damen und Herren tummeln. Neben uns waren weitere Journalisten anwesend, die durch ein Schild auf die Privatsphäre der modischen Personen hingewiesen wurden. Wer jedoch nicht im VIP-Bereich saß, wurde nicht nur neugierig betrachtet, sondern auch intensiv befragt. Der Dresscode der Veranstaltung konnte als durchaus flexibel angesehen werden. Wir sahen den Steampunk- und auch den Endzeit-Look sowie historische Gewänder aus verschiedenen Jahrhunderten. Ein Wikinger stapfte durch den Park, während eine Dame im Look der 20er-Jahre an ihrem Sektglas nippte.

An einem kleinen Tisch saßen Bernd und Dagmar, die ihre vom mittleren 18. Jahrhundert inspirierten Rokoko-Kostüme selbst angefertigt hatten. „Meine Frau näht alles selbst“, verriet Bernd, der dem Preußenkönig Friedrich II. schon sehr ähnlich sah. Ganz authentisch könne man natürlich nie aussehen. „Das geht ja schon los mit dem Reißverschluss“, sagte Dagmar mit einem Schmunzeln. Wer historische Kleidung selbst angefertigt, benötigt übrigens eine große Portion Kreativität. Die meisten fertigen auch die Accessoires selbst an. Vorhangstoffe und Alltagsmaterialien fließen in den Herstellungsprozess mit ein.Ätherwellengerät

Anhänger des Steampunk, wie Evelyn und Andreas, hatten auch kleine, mechanische Tüfteleien durchgeführt. Ein seltsam anmutendes Gerät, gefüllt mit einer grünen Flüssigkeit, stand auf der Picknickdecke. „Der Katalysator enthält Absinth und erzeugt Ätherwellen, die verlorene Seelen aufspüren“, informierte der Steampunker unsere kleine Gruppe, die aufgrund der brennenden Sonne vom Alkoholgenuss absah; unsere Kleider waren viel zu warm. Wie mussten die Damen in ihren Reifrocken und den pompösen Perücken schwitzen. Diese wedelten sich zierlich mit ihren Fächern Luft zu. Keine Schweißperle war zu sehen.

Kunst und andere Aspekte 

Wir verließen das Szenario völlig ausgedörrt und wandten unsere Schritte in die Leipziger Innenstadt, wo eine Ausstellung die Kunst des jüngst verstorbenen H. R. Giger würdigt. Dieser ist für seine verstörenden Bilder, die dämonische Wesen und Maschinenmenschen zeigen, aber besonders für das Alien-Monster bekannt. Als besonders tragisch ist anzusehen, dass der Künstler bereits seinen Besuch in Leipzig geplant hatte und kurz danach sein Leben aushauchte. Hoffen wir für ihn, dass das Jenseits um einiges freundlicher ist als die Szenarien, die in seinem kreativen Kopf vorgingen.

H. R. Gigers AlienZu erwähnen ist auch, dass Heiko SchnickmannWuppermond-Redakteur Nummer 4, der jedoch nur für einen Tag angereist war –, einen erhellenden Vortrag hielt. Around the skull fand in der gekühlten Umgebung des Cine Star statt und beinhaltete ein ausreichendes Maß an Sex und Gewalt:  „Ähnlich wie heute der Konfirmandenunterricht die Grundlagen der eigenen Religion legen soll, lernte der Junge in einem Vorbereitungskurs das richtige Präparieren der erbeuteten Schädel. Wichtig war dabei die Position des Schädels. Dieser musste sich zwischen den Knien des sitzenden Jungen befinden, da so die Stärke des Verstorbenen durch den Penis des Jungen aufgenommen werden konnte.“ Penis!

Auch die folgenden Tage waren für die Redaktion aufregend. Nachdem eure Lieblingsredakteurin von der Sonne niedergestreckt wurde und mit –75 auf alle Handlungen im Sanitätszelt lag, konnte sie sich von der hervorragenden Arbeit des ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) überzeugen. Unermüdlich behandelten die tapferen Helfer Blasen an den Füßen und Dehydrierte mit oder ohne Alkohol-Hintergrund. Auch eine junge Dame, die es von ihren viel zu hohen Stöckelschuhen gehauen hatte, musste von den Helfern behandelt werden. Dabei verloren diese Menschen nie ihre Zuversicht.

Auch Konzerte standen aus privaten und auch beruflichen Gründen auf dem Programm. Es geschah viel Gutes, so zum Beispiel die elfengleiche Cécile Corbel, die auf der Bühne des Heidnischen Dorfs spielte. Fans von Loreena McKennit werden das französisch vorgetragene Liedgut durchaus zu schätzen wissen. Auch die attraktive Tarja Turunen, die einst die Stimme bei Nightwish erhob, schmeichelte dem Ohr. Ein öffentliches Ärgernis war allerdings der Auftritt von Umbra et Imago-Sänger Mozart. Der Jürgen Drews der Gothic-Szene warf mit platten Allgemeinplätzen zur Sexualität um sich. Auch die obligatorischen, auf der Bühne ausgeführten Handlungen, die von pubertärer Penis-Lyrik (Penis!) begleitet wurden, waren im Vergleich zu anderen Konzerten als eher lahm anzusehen. Muss man das sehen? Wuppermond kann dies klar verneinen. 😉

Fazit: Das WGT bietet allen Geschmäckern putzige, beeindruckende und auch verstörende Erlebnisse. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Als Mitbringsel für euch folgt nun noch unsere kleine Galerie, die sich – bis auf einige Ausnahmen – vor allem auf Eindrücke des Viktorianischen Picknicks beschränkt – an den anderen Tagen war es Wuppermond-Fotograf Carsten A. Dahlmann zum Teil einfach viel zu heiß zum Fotografieren.

Vernisage „Colour-Slam“ – die Farbe steht im Mittelpunkt

Als Mischung zwischen „Glamour, Fetisch-Fashion und Dark-Style“ bezeichnen der Fotokünstler Blende666 und das Model Sarathustra ihre Werke. Ihr Motto „anders – nicht artig“ setzen sie in ihren Bildern um. Im Zentrum des Bilder steht Sarathustra, die sich immer wieder anders präsentieren kann und durch die Wandelbarkeit besonders hervorsticht.Die beiden Künstler arbeiten seit 2007 zusammen. Ihre Bilder beschreiben sie als „stillos“. Beide lieben es, viele unterschiedliche Stilarten zu bedienen, denn so werde es nie langweilig. 

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Da das Paar eng miteinander arbeitet, fließt auch eine weibliche Perspektive in die vielseitigen Bilder des Künstlerpaares mit ein. „Unsere Bilder haben eine starke feminine Note“, sagt Sarathustra. Da es in ihrer Fotokunst mehr um Schönheit und das subtile Spiel mit erotischen Reizen geht, werden die Bilder auch gern von Frauen gekauft. „Wir machen Bilder für den Kopf und nicht für die Lenden“, stellt Sarathustra klar. Pornografische Anklänge wie bei anderen Fotografen in der Fetish-Szene wird man bei den Bildern von Blende666 und Sarathustra nicht finden. 

Colslam1Die Ausstellung „Colour-Slam“ in der Sold out-Galerie in Bochum setzt auf das verbindende Motiv der Farbe. Die Macht der Farbe zeigt sich am menschlichen Körper, der immer wieder in einem neuen Licht inszeniert wird. 

sara1Im Zentrum der Ausstellung steht ein Triptychon, ein dreiteiliges Bild. „Die Farbe ist das Besondere der Ausstellung“, verrät Sarathustra. Mal ist es ein Farbtupfer in einem dunklen Bild, der das Auge reizt, mal ist es ein Bild, das komplett mit der Farbgebung spielt. Unsere Bilder haben wir so ausgewählt, dass sie zur Location passen“, sagt das Model. Die Bochumer Sold-out-Galerie hat sich auf Street- und Graffti-Art spezialisiert.

 

Die Vernisage beginnt am Samstag, den 17. August um 19 Uhr. Die Ausstellung selbst kann in der Galerie noch bis zum 12. September besucht werden.
Ihr findet die Galerie in der Königsallee 16, 44789 Bochum.

 

 

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