Gehweg Gefährten – Sabine Bohn im Heinrich Heine Kunstkiosk

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© Sabine Bohn

Hund und Mensch. Diese Beziehung ist so eng, dass ein Österreichischer Philosoph mal davon ausging, dass der Hund den Menschen machte und nicht anders herum. Beide sind Gefährten, die sich durch die Kulturgeschichte ziehen, und bis heute sind sie es geblieben, wenn sich auch Art und Ausrichtung der Beziehung immer gewandelt haben.

Es ist daher überhaupt verwunderlich, dass Hunde immer wieder als Motive in der Kunst auftauchen. Egal ob Kelten oder Germanen, ob Römer oder Ägypter, ob Griechen oder Babylonier: Auf Bildern, Reliefs oder als fassbare Darstellung finden sich die Tiere als Motive in der abendländischen Kunst. Mal stehen sie im Mittelpunkt, mal sind sie schmückendes Beiwerk, mal sind sie nur statistisches Element, um eine gewisse Authentizität anzuzeigen, wenn ein Bild einen öffentlichen Platz darstellt.

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© Sabine Bohn

Sabine Bohn, Wahlwuppertaler Künstlerin und Kunsterzieherin aus Münster, hat sich diesem Thema nun auch angenommen. In ihrer Ausstellung in Solingen waren neben verschiedensten Bildern auch zahlreiche Hundeportraits zu sehen. Genau diese werden nun in einer kleinen Schau im Heinrich Heine Kunstkiosk gezeigt. Der Clou dran ist, dass der Hund, der innerhalb der Kunst eben mit Mensch oder innerhalb menschlicher Situationen gezeigt wird, auf Bohns Bildern vollkommen isoliert ist. Zu sehen ist der Hund mit Halsband oder in Hundekleidung in den meisten Bildern ohne Mensch vor einem asphaltgrauen Hintergrund. Die Hunde stehen, liegen oder sitzen im grauen Irgendwo alleine und machen dabei genau die Gesten, die sie auch machen, wenn sie mit ihren Haltern zusammen sind. So stellt Bohn eine Diskrepanz her zwischen dem etablierten, vertrauten Bild vom Hund und ihrer Art der Darstellung. Auf anderen Bildern sind die Hunde zwar zusammen mit Menschen dargestellt, aber eine Interaktion zwischen beiden so vertrauten Partnern findet nicht statt. Das kann, wie Barbara Held, die Initiatorin des Kunstkiosks meint, komisch wirken, führt aber auf der anderen Seite auch klar eine gewisse Melancholie vor Augen, nämlich für denjenigen, der Hunde hat und mit ihnen umzugehen weiß. Für denjenigen sind auch die frohen Farben und das amüsierte Wesen, das Sabine Bohn attestiert wird, eher Nebensache.

Grund für die Beschäftigung mit den Hunden war ein Urlaub in Indochina, in dem Bohn einen sehr dicken Hund zu sehen bekam, der schlief. Form und Haltung amüsierten sie so sehr, dass sie begann, den schlafenden Hund von drei unterschiedlichen Punkten aus zu malen. Diese Bilder wirken noch sehr grob und unsauber. Darauf aufbauend zog sie im Laufe der Arbeit klarere Linien, tauschte den pinkfarbenden Hintergrund mit dem grauen und suchte weitere Schoßhunde aus, die ihr in Form und Gestalt wesentlich näher liegen als große, stattliche Hunde. Diese sind dann auch ausschließlich mit Menschen zu sehen, jene hingegen oftmals alleine.

Auf den ersten Blick wirken Bohns Bilder wenig ansprechend, auf den zweiten offenbaren sich durchaus Tiefe und Konstrukt hinter dem Gemalten, das zu durchaus moderaten Preisen erworben werden darf.

Gehweg Gefährten – Bilder von Sabine Bohn im Heinrich Heine Kunstkiosk in der Wichlinghauser Straße, noch bis zum 27. September 2015. Termine nach Vereinbarung.

http://www.bohnapart.de
http://heine-kunst-kiosk.de

Vorankündigung: Das Mittelalter in Oberbarmen – Vom Leben an der Grenze, Rittergütern und Bauernburgen

Rittershausen um 1900

Rittershausen um 1900

Der gemeine Oberbarmer hört schlechte Musik, steht am Berliner Platz und kümmert sich wenig um sich oder seine Umwelt, so lange genug Bier am Kiosk zu holen ist. Mit Hund und eingeschworener Peer-Group sitzt er als störendes Element herum und zeigt jedem, der sich mit der Schwebebahn nach Oberbarmen verirrt, warum dieses Quartier ein sozialer Brennpunkt ist.

Doch das war nicht immer so. Noch vor 100 Jahren fuhr die Schwebebahn nicht von Vohwinkel nach Oberbarmen, sondern nach Rittershausen – ein Name, der klar zeigt, dass in Oberbarmen einmal ein Rittersgut gestanden haben muss. Woher kommt dann der Name Oberbarmen? Seit wann gibt es ihn und wo ist eigentlich genau die Grenze zu Unterbarmen? Gibt es Barmen überhaupt?

Wer einmal anfängt, sich mit der Geschichte Oberbarmens auseinanderzusetzen, der stellt schnell fest: Hier liegen viele Geheimnisse, und nichts ist so klar, wie es scheint. Denn Oberbarmen, das ist nicht nur der Berliner Platz, Oberbarmen ist auch Wupperfeld, Heckinghausen, Wichlinghausen und zu einem gewissen Teil auch Nächstebreck und Langerfeld (die das oft nicht wahrhaben wollen).

Oberbarmen ist nicht unbedingt besser als sein Ruf, aber es hat wesentlich mehr zu bieten, als das, was man kennt. Was genau das ist, wie weit man dafür zurück gehen muss und was man über diesen Raum, der von Wichlinghausen bis Heckinghausen reicht, eigentlich alles wissen könnte, erfährt man am 10. September, ab 17.30 Uhr in den Gruppenräumen der Erlöserkirche in der Stahlstraße 9 (ganz nah an der Grenze zu Unterbarmen). In die Geheimnisse weiht Heiko Schnickmann ein.

Der Eintritt ist frei.

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