Burgen, Sachsen, Häuserbauer Führung durch das historische Wichlinghausen

Im Jahre 1384 wurde Wichlinghausen das erste Mal erwähnt. Das kleine Jubiläum von 630 Jahren ist Anlass für eine Führung durch die lange Geschichte des Stadtteils, der natürlich viel älter ist, als das Datum vorgibt.

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Wuppermond und der Bergische Geschichtsverein Wuppertal bieten in Kooperation eine Führung an, die alte Grundstücke und Orte, die sich im Laufe der Zeit verwandelt haben, genauso betrachtet will wie alte Gebäude und Denkmäler, die plastisch die Veränderungen des Stadtteils vor Augen führen.

Am Wichlinghauser Markt werden wir starten und dann die möglichen Standorte der ältesten Höfe ansehen. Die Tour wird weitergehen über das alte Geschäftsviertel nördlich des Marktes und auch Westkotten und Klingelholl einschließen.  Dort befindet sich das älteste Gebäude Barmens und die Reste einer alten Bauernburg, über die Einiges zu berichten sein wird.

Auch die Erlöserkirche im Wichlinghauser Osten wollen wir besichtigen, die 2014 ihr 100jähriges Bestehen feiert und mit ihrer eigenen Architektur ein Gegenstück zur Neogotik bildet. Ihr Bau ist das Ergebnis von Wachstum, Konkurrenz, Rebellion und zahlreichen Kompromissen zwischen Gemeinden, Presbytern und Baumeistern.

Die Führung beginnt am 26. Oktober um 14.00 Uhr am Wichlinghauser Markt (Brunnen), wird ca. 3 Stunden (incl. Kirchenführung) dauern und kostet 5€  proPerson.

Bunkerparty-Videodreh von Kyoll im Gran Paradiso Roadhouse Club

Der Ernstfall ist eingetreten und ein Atomkrieg hat die Welt in Chaos und Anarchie gestürzt. Die Endzeit-Musiker von Kyoll feiern diese postapokalyptische Dystopie mit morbidem und extravagantem Charme. Für ihren Videodreh des Songs Bunkerparty sucht die Band noch Darsteller.  Der Dreh findet am 01. November, zwischen 10 und 18 Uhr, in den Hallen des Gran Paradiso Roadhouse Clubs, in der Hünefeldstraße 63b, Wuppertal statt. Was die Freiwilligen erwartet, erzählt Geiger Tybalt.

„Das Thema des Videos ist: eine der letzten großen Partys im Bunker. Die, die es sich leisten können, sind da und essen Schnittchen, während draußen Menschen sterben. Diese Dekadenz trifft auf Chicks, Drugs und Rock ’n Roll“, erklärt Tybald.  Der Look der Endzeit muss nicht kompliziert sein. Erlaubt sind: Steam- und Dieselpunk, Burlesque, die auf morbide Eleganz trifft, Goth- und Postapokalyptic. „Ideal sind Kleidungsstücke, die aus ihrem Ursprungskontext gerissen wurden.“ Da man in der Endzeit nehmen muss, was man kriegen kann, sind Militärjacken, kombiniert mit Minirock und Boots, stets eine kleidsame Idee, wenn es darum geht, den Untergang der Zivilisation zu feiern. Ebenfalls im Trend liegen Gasmasken, die zu einem eleganten Anzug getragen werden. Auch die Damen auf dem Bild sind angemessen gekleidet.

KyollBier

Unterstützt wird der Dreh von musikalischer Prominenz. „Wir haben die Unterstützung von dem großartigen Sissy Voss von der Band Copellius, der uns an diesem Tag die Ehre seiner Gesellschaft geben wird“, verrät Tybald.  Und: Die Nebendarsteller und Statisten werden im Anschluss an die Dreharbeiten mit einem Kyoll-Konzert belohnt. Am Abend steht ein geschlossenes Road-House in der Lokalität an.  Ab 18 Uhr ist eine kostenpflichtige Larp-Veranstaltern, die im Anschluss auch besucht werden kann.

Interessierte Subjekte haben die Möglichkeit, sich bei der hilfreichen Wuppermond-Redaktion zu melden. Diese wird hiermit vermittelnd tätig werden und euch der entsprechenden Facebookgruppe bzw. der Veranstaltung hinzufügen.

„Charmant kaputt“ – Die Dokumentation „Heimatabend: Wuppertal“ des WDR in der Preview

Elberfeld 1855

Elberfeld 1855

Der Mendelssohn-Saal der Stadthalle Wuppertal war gut besucht. Gute 120 Menschen waren der Einladung des WDR gefolgt und wollten sehen, wie ihre Stadt, ihr Wuppertal, durch die Augen der Autorin Marika Liebsch verfilmt wurde. Einen fünfstündigen Film hatte sie erstellt, den sie auf eine Stunde herunterschneiden musste. Anfangs, so sagt sie, war sie gar nicht begeistert, von Wuppertal zu erzählen, doch mit der Arbeit begann die Faszination – oder wie es die ehemalige Oberbürgermeisterin Ursula Kraus im Film ausdrückt: „In Wuppertal verliebt man sich erst auf den zweiten Blick.“  Der geplante Beginn der Ausstrahlung verzögerte sich, denn um 19.40 Uhr musste das Team der Lokalzeit Bergisch Land noch eine Live-Schalte in den Saal machen, doch dann – das Kamera-Team baute unter Applaus schnell das Equipment zusammen – ging es los:

Die Stimme des leider abwesenden Christoph Maria Herbst, einem Wuppertaler, erzählt von der Stadt mit dem Image-Problem und der Schwebebahn. Ausgehend von dem ältesten Filmmaterial, das man über die Stadt finden konnte, wird die Geschichte Wuppertals von den 1920er Jahren an bis in die Gegenwart erzählt. Was für viele jüngere Wuppertaler und Zugezogene merkwürdig klingen mag, ist wohl, dass die beiden Großstädte im Tal der Wupper prosperierende Zentren der Region waren. In Elberfeld traf man sich zu Kunstveranstaltungen, in Barmen wurde produziert. Beide Städte profitierten voneinander und bauten sich so gegenseitig auf.

Im Film werden die historischen Bilder und Geschichten immer wieder durchaus gekonnt von Einschüben in die Gegenwart unterbrochen. Wuppertal ist die grünste Großstadt Deutschlands. Man muss im Prinzip keine 10 Minuten gehen, um auf eine Grünanlage zu treffen, so heißt es. Darüber hinaus aber ist der Film durchtränkt mit Pathos. Bedeutungsschwanger werden Sätze formuliert wie: „Wuppertal lebt von den Wuppertalern.“ Ein Satz, der ohne Probleme auch für Köln, Hamburg und München, aber auch für Ulm, Paderborn oder Hameln Geltung haben dürfte. Als ob Städte ohne ihre Bürger einen Charakter hätten.

Sieht man von derlei Albernheiten ab, kann man sich mit dem Film durchaus vergnügen. Schnell werden die 20er und 30er Jahre abgehandelt und man hat durchaus ein beklemmendes Gefühl, sieht man das Elberfelder oder das Barmer Rathaus mit den Hakenkreuz-Fahnen der Nationalsozialisten verhängt, denn Wuppertal war eine Hochburg der Nazis und gleichzeitig eine Arbeiterstadt. So verwundert es nicht, dass man die Sozialdemokraten und Sozialisten 1933 schnell in eines der ersten KZs Deutschlands, in das KZ Kemna, schickte, das allerdings nach sieben Monaten schon wieder geschlossen wurde, lag es doch zu nah an der Stadt. Der Krieg und die Bomben im Mai 1943, die auf Barmen abgeworfen wurden, werden im Film ebenso thematisiert, wie das Leben in der zerstörten Stadt. Die Kindheitserinnerungen Ursula Kraus’ und der Schauspielerin Lote Duwe ergänzen die Aufnahmen Wuppertals nach dem Bombenangriff. Sie erzählen von ihrer Zeit im Bunker ebenso wie von der Bettelei nach dem Ende des Krieges, in dem auch die Schwebebahn zerstört wurde. Im April 1946 aber fuhr sie wieder, wie es der Film erzählt, der daraus den Schluss zieht, dies sei ein starkes Symbol für die Wuppertaler gewesen.

Dem Film merkt man an, für welches Publikum er gemacht worden ist. Die in die Jahre gekommenen Babyboomer, die Zielgruppe des WDR, werden sich freuen, ihre Kindheit, Jugend und aktive Erwachsenenzeit im Film zu erleben. Die Geschichte von Tuffi, dem Elefanten, der aus der Schwebebahn in die Wupper sprang, wird erzählt und vor allem bebildert. Auch wenn der Sprung selber nie fotografiert wurde, so gibt es doch Filmaufnahmen, wie der Elefant aus der Wupper geholt wird. Bereichert wird die Geschichte durch ein Werbevideo der Tuffi-Milchwerke, die ihren spritzigen Kefir vorstellen, der genauso spritzig sei, wie Tuffi, die spritzig in die Wupper gesprungen sei. Bei dieser Szene lachte das Publikum und man darf hoffen, dass sie dem Fernsehschnitt nicht geopfert wird, da der Film bei seiner Ausstrahlung statt einer Stunde nur 45 Minuten laufen wird.

Auch der Fußball fehlt nicht. Der WSV stieg in den 1960er Jahren in die 2. Bundesliga auf und schaffte 1972 den Schritt in die erste Liga. Die Freude der Wuppertaler damals gipfelte in eine Fehlinvestition der Stadt – eine Wendeanlage an der Schwebebahnstation Zoo/Stadion. Sie wurde gebaut, um die Besucher des Stadions schneller zu den Spielen zu bringen, scheiterte aber nicht nur daran, dass sie zu langsam war, sondern auch am baldigen Abstieg des WSV.

Die Kultur nimmt im Film eine große Rolle ein. Die Anfang der 1970 Jahre begonnene Intendanz von Arno Wüsterhöfer, der 1973 die Tänzerin Pina Bausch zur Leiterin des Tanzensembles machte und somit für Kontroversen ganz eigener Art sorgte, findet ebenso Erwähnung wie die Eröffnung der Gesamthochschule Wuppertal 1972, aus der die Bergische Universität hervorgegangen ist. Ihr Bau ist alleine dem Entschluss des damaligen Wissenschaftsministers Johannes Rau zu verdanken, sollte doch ursprünglich keine Universität für Wuppertal geplant werden. Der politische Teil der Dokumentation beschränkt sich dann auch auf das Wesentliche: Johannes Rau, Ursula Kraus und der Besuch Erich Honneckers 1988 am Engelshaus, der zum Aufeinandertreffen von Udo Lindenberg mit dem Staatschef der DDR führte, finden Erwähnung.

Und da liegt auch das Problem der Dokumentation: Sie ist eindeutig darauf getrimmt, ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Es geht darum, die Menschen in Wuppertal zu rühren. Strukturwandel und politische Fehlentscheidungen werden nicht verschwiegen, sie werden erwähnt und umgewandelt in eine Erzählung der Eigenständigkeit der Bürger, des Engagements der Wuppertaler selbst. Wenn etwas schief läuft, kommen die Wuppertaler schon voran und wieder auf die Beine. Mit den Worten des Street-Art-Künstlers Megx alias Martin Heuwold: „Wuppertal ist charmant kaputt.“ So wird eine Erzählung geschaffen, in der es nichts Negatives gibt. Die Aussagen Michael Okroys in der anschließenden Diskussionsrunde bilden dazu ein wunderbares Korrektiv, wenn er dann doch die Reibungspunkte und Ärgernisse anführt, die ihn an der Stadt ärgern. Der Film selbst aber lässt diese Probleme unter einer Melange aus Pathos und Harmonie verschwinden und erzählt dann lieber von der Nordbahntrasse, an der sich die größte Parkouranlage Europas befinden soll, oder der Tatsache, dass Wuppertal die Stadt ist mit dem größten zusammenhängenden Altbaugebiet Deutschlands. Der Film soll eine Werbung sein für Wuppertal und er soll die Wuppertaler rühren. Schaut man auf die Reaktionen, die er im Publikum bei der Preview auslöste, hat er das gut geschafft. Es bleibt nur die Frage, ob ein Dokumentarfilm das soll.

Heimatabend Wuppertal, am 10 Oktober 2014 im WDR. Mehr Informationen unter http://www1.wdr.de/fernsehen/dokumentation_reportage/dokuamfreitag/sendungen/heimatabend-wuppertal102.html

 

 

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