Veranstaltungsempfehlungen 07/2014

Heute, liebe Leser, wollen wir euch ein paar spannende Events ans Herz legen. Diese Art der Veranstaltungsempfehlungen wird euch künftig nun regelmäßig heimsuchen. Darüber hinaus wollen wir bei der Gelegenheit aber auch noch einmal auf unseren Eventkalender hinweisen, in den wir alle wichtigen Termine einpflegen.

Für Freunde des viktorianischen Chic findet morgen ab 15 Uhr das historische, dunkelromantische und inoffizielle Pre-Amphi Picknick in Köln, im Friedenspark statt. Der Dresscode: viktorianisch, elegant Goth, Rokkoko und Barock, Steampunk, Dandy, dunkelromantisch oder elegante Picknickgarderobe.

Wer einen mehr oder weniger spontanen Trip in die Niederlande nicht scheut, kann sich auf der Dutch European Steampunk Convention in Meppel vergnügen. Die Festivitäten werden  am 25. und 27. Juli  hier zelebriert: De Lindenhorst, Schiphorsterweg 15, Meppel, NL.

Metallische Klänge – umsonst und draußen übrigens –  erwarten euch in Essen. Das Café Nord feiert seinen 23. und das Nord Open Air seinen 5. Geburtstag. So erwartet euch am kommenden Freitag und Samstag ein bombastisches Line-up , so zum Beispiel Sick of it all und Biohazard am morgigen Abend, den 25.07. Mehr Infos über Bands und Rahmenbedingungen unter http://www.cafe-nord.com/openair.html.

Mittelalterliches erwartet euch auf Burg Denklingen. Von Freitag, 16 Uhr, bis Sonntag, 19 Uhr bespaßen euch Gaukler, Barden und ähnliches Gelumpe. Die Adresse des Geschehens ist Burg Denklingen, Hauptstraße 21, 51580 Reichshof Denklingen. Es gibt auch weitere Informationen unter: https://www.facebook.com/events/646838575391439/

 

Neuer Fokus, alte Exponate – Das Museum auf der Hardt der Vereinigten Evangelischen Mission

Die Museumslandschaft Wuppertals ist eher dünn besiedelt. Neben dem Von der Heydt-Museum und dem Skulpturenpark bot Wuppertal über lange Zeit nichts anders mehr, seit das Fuhlrott-Museum für immer geschlossen wurde und das Völkerkundemuseum der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) 2011 seine Pforten schloss. Letzteres hat seit dem 25. Juni 2014 wieder geöffnet und präsentiert sich im neuen Gewand. Grund genug, das kleine Privatmuseum der Vereinigten Evangelischen Mission in Augenschein zu nehmen.

Das Erste, das auffällt, ist der veränderte Eingang. Früher ging man hinten durch das Haus, heute betritt man das Museum von vorne. Eigentlich geschickt, wenn der Besucher nicht durch die neuen Hallen des Kongresszentrums „Heiliger Berg“ gehen müsste, was sichtlich in die Irre führen kann. Was aber wird dafür geboten? Wer die alte Ausstellung kannte, der trifft auf bekannte Exponate. So muss niemand auf den beeindruckenden Grabschmuck eines Hererohäuptlings verzichten, in dem die Bedeutung der Rinder für dieses Volk aus Südwestafrika durch zahlreiche Rinderhörnerpaare buchstäblich vor Augen geführt wird. Auch die aus Indonesien stammende, klar ihr Geschlechtsteil in der Hand tragende, hölzerne  Statue ist wieder da, die in dieser Form einzigartig in Wuppertal ist und sonst nur in Indonesien angesehen werden kann. Überhaupt finden sich lauter Exponate eines Völkerkundemuseums im Museum auf der Hardt. Dabei hat sich die VEM vorgenommen, den Fokus des Museums zu ändern. Das war dringend nötig, besteht die VEM doch neben den deutschen Missionsgesellschaften auch aus zahlreichen christlichen Kirchen in Afrika und Asien, deren Mitglieder ungerne Material, das ihre Vorfahren – und zum Teil sie selber auch noch – nutzten, im Museum sehen wollen – es sei denn zugleich mit dem Material, das von den deutschen Missionaren gebraucht wurde. Diesem Bewusstsein folgt die Ausstellung, die wie die gesamte Missionswissenschaft vor einem moralisch-theologischen Problem steht: Mission in früherer Zeit war diskriminierend und rassistisch, aber der Anspruch, die eigene Religion zu verbreiten, ist Urgedanke der christlichen Religion und damit im Prinzip – aus Sicht des Christenmenschen – eine gute Sache. Da Religion aber ein Teil der missionierenden Kultur ist, ist das Überstülpen der eigenen Religion gleichzeitig die Diskriminierung der zu missionierenden Kultur. Auch für die Museumsarbeit ist das ein Scheideweg.

Das neue Konzept des Museums versucht sich an diesem Scheideweg und stellt die Geschichte der Mission dar, aus der es selber hervorgegangen ist. Dabei steht das Museum vor einem Problem: Es hat Exponate zur Völkerkunde aus Afrika, Asien und Ozeanien, die sich eben nicht selbst erklären, wie es ein Museumsmitarbeiter betonte, sondern die der Erläuterung bedürfen. Es ist aus Sicht des Besuchers unklug, an einer zehn Meter langen Wand Exponate zu drapieren und weder zu sagen, woher sie kommen, noch, was sie darstellen sollen. So steht man dann vor einem hölzernen Etwas, das spontan an eine Klobrille erinnert, und möchte seine Vermutung bestätigt wissen, findet aber keinen Hinweis darauf, was es ist. Auf der anderen Seite liest man unendlich viel auf Postern, Plakaten und Texttafeln mit teilweise wunderbar ausgesuchten Passagen aus den Originaldokumenten, die klar zeigen, wie gutsherrenartig sich viele Missionare verhielten, wie sie sich  den Kolonialherren eher verpflichtet fühlten als den Einheimischen, die sie teilweise umsiedeln ließen, um sich selber die langen Fußmärsche zu ersparen, sieht aber eben kaum Exponate zur Geschichte der Mission. An den Stellen, an denen das nicht so ist, ist man über die Art des Zeigens verwundert. Da liegen in Sütterlin geschriebene Texte eines Missionars, der von den Greultaten der Deutschen unter den Herero berichtet. Der Text wird teilweise transkribiert und schließt dann damit, dass im Originaldokument nun die Todesarten aufgeführt werden, an denen die Herero gestorben sind. Dieser Teil aber bleibt dem Sütterlin-Unkundigen verborgen.

An anderen Stellen aber zeigt sich, wie man die Ausstellung hätte arrangieren können – am Beispiel der diakonisch-medizinischen Arbeit. An der Wand findet sich eine bebilderte Texttafel mit nötigen Informationen zu den Krankenhäusern in Tansania und China. Davor steht eine Vitrine, die die Instrumente zeigt, die dort benutzt wurden. Neben den europäischen Spritzen und Scheren liegen dort dann auch Hörner einheimischer Tiere, Seepferdchen und Fische, die in der traditionellen Medizin der Länder genutzt werden. Hier ergibt sich ein Einblick von Kulturkontakt. Man sieht die europäischen Ärzte und Krankenschwestern vor sich, die die Medizinkunde Europas an die Einheimischen weitergeben wollen und sich über den Einsatz von Seepferdchen verwundern und ihn dann doch akzeptieren. Der Besucher wird hier, an einer der besten Stellen der Ausstellung, vor die Tücken des Kulturkontakts gestellt.

Ganz ähnlich wurden Steckbriefe von an der Mission beteiligten Persönlichkeiten arrangiert. Man wandelt in der Mitte des Museums zwischen Missionaren, die predigten, und Königen, die die Mission bekämpften, aber durchaus einen Vorteil in der europäischen Kultur sahen. Man sieht Einheimische, die sich taufen ließen und damit ganze Völker zum Christentum brachten. Neben den biographischen Informationen über die beschriebenen Personen findet sich auch immer die Kategorie „besondere Kennzeichen“, die sich aber nicht auf Äußerlichkeiten, sondern Charaktereigenschaften stützen. So erfährt man von Missionaren, die zwar die Sprache eines afrikanischen Volkes schnell lernten, aber dennoch nur Verachtung für dasselbe übrig hatten, weil sie es für dumm und rückständig hielten. Man ließt von Königen, die selber als Messias angesehen wurden und direkt mit Jesus vergleichen werden – ein Vergleich, bei dem Letzterer eher bescheiden abschneidet. Auch diese Gegenüberstellung ist hervorragend gelungen und führt ein in das Mit- und Gegeneinander von Kulturen. Gerade in diesem Mittelgang wird deutlich, wie schwer Mission und Kulturkontakt waren und sind.

Die Ausstellung ist noch im Aufbau. An vielen Stellen merkt man, dass noch Informationen nachgereicht werden müssen. Der Museumsmitarbeiter verwies dann auch auf die angebotenen Führungen, die je nach Führer eher ethnologisch oder eher missionshistorisch ausgerichtet sein werden. Darin liegt das Problem des neuen Museums, dem zu wünschen ist, dass es ihm schnell habhaft werden kann: Es zeigt zwei Ausstellungen mit kaum Verknüpfungspunkten. Die vorhandenen aber zeigen genau das, was Völkerkundemuseen heute zeigen sollten: Nicht das Kurios-Exotische des Fremden, sondern den Kontakt zwischen den Kulturen in all seinen Facetten.

Museum auf der Hardt der Vereinigten Evangelischen Mission, Missionsstraße 9, 42285 Wuppertal, Eintritt 3 €, Öffnungszeiten: Di–Do, zwischen 9 und 15 Uhr (auf Anfrage!), ansonsten jeden ersten Samstag im Monat.

Kyoll – Apokalyptische Endzeitmusikanten

Kyoll

Foto: Nicole Paul

Ich bekam eine Einladung der besonderen Art. Kyoll, die Endzeitmusiker aus dem Kölner Wasteland empfingen mich für ein Interview. Da mich die Band bereits in der Vergangenheit sehr beeindruckt hat, möchte ich sie nun vorstellen.

Kyoll, das sind der apokalyptische Teufelsgeiger Tybalt Bischoff, der Dudelsack- und Drehleierspieler und Wörterschmied Gordon Stahl sowie das neue Bandmitglied General Rabbit, der Düstersänger. Abgefahren sehen sie aus. Die Bühnenoutfits der dreiköpfigen Band sind ein Stilmix, der sich auch in ihrer Musik widerspiegelt. Ein bisschen Punk, ein wenig Gothic, gepaart mit dreckigem Grün und fratzenhaft geschminkten Gesichtern.

Tybalt der Teufelsgeiger erklärt mir bei einem Bier, was für ihn Endzeit bedeutet. Für ihn ist Endzeit eine Fiktion, ein Gedankenspiel, was von unserer Zivilisation nach dem Supergau übrig bleibt. Es bleibt ein verwüstetes anarchistisches Land, wo jeder auf sich selbst gestellt ist oder sich in kleinen Gruppen zusammenfinden muss. Dieses Szenario stellt Tybalt optisch und musikalisch auf eine morbide Art dar, mit der Geige als Interpretationsmittel.
„Die Endzeit ist ein maßgeblicher Einfluss sowohl in textlicher als auch musikalischer Hinsicht. Düstere Anekdoten, harte Sprache – Tales from the wasteland sozusagen.“ Die Musik passt sich diesem Szenario an. „Im musikalischen Bereich ist der Sound natürlich nicht so glattgebügelt wie bei herkömmlichen Produktionen. Wir haben Spaß am Verranzen der Synthies und Samplen von schrottig klingenden Drumsets. Auch die Instrumentalparts erzeugen häufig durch ungewöhnlich klingende, teilweise atonal anmutende Mehrstimmigkeit eine mal erdrückende, mal aggressive Stimmung“, erzählt Tybald. In Gordons Texten finden sich alltägliche Situationen und Skandale des 21.Jahrhunderts wieder, die in der fiktiven Endzeitwelt in ein neues und manchmal auch positives Licht gerückt werden.

Kyoll

Foto: Nicole Paul

Gordon und Tybald kommen aus der Mittelalterszene, was erklärt, dass sie Instrumente wie Leier und Dudelsack nutzen. Elektronische Beats untermalen den mittelalterlichen Sound der Instrumente, denn auch dieses scheint in einer Endzeitwelt möglich zu sein. Der aus der Gothicszene kommende General Rabbit ist der Sänger der Apokalyptiker. Düster prophezeiend und in gebeugter Haltung singt er die vorwiegend deutschen Songs wie Mären aus einer alten Zeit der Fülle, der Kriege und des Kapitalismus.

Alles in allem ist Kyoll eine geniale, stimmungsvolle und beatstarke Band mit Gothic- und Mittelaltereinflüssen. Man merkt den Bandmitgliedern an, dass sie keine Neulinge als Musiker sind. Alle drei haben noch weitere Musikprojekte. Der General singt bei Rabbit at War, während Tybalt die Geige bei Man and the Mirror spielt und die musikalische Leitung des Ensembles Trobadors inne hat. Gordon ist außerdem in diversen Mittelalter-Projekten, die gerade gegründet werden, involviert. Tybalt und Gordon arbeiten darüber hinaus zur Zeit an einem neuen Trio mit dem Namen Nordmani. „Stilistisch wird es eine Symbiose aus nordisch beeinflusstem Folk und Mittelalter“, erzählt der Teufelsgeiger.

Noch etwas bleibt zu berichten: Die Band Kyoll hat auch zusammen mit dem Atelier Vladi ein eigenes Bier entwickelt: Ein grünes Gerstengebräu namens Beryllium-Bier. Eine große Foto-Werbekamagne mit bizarren Bildern läuft weiter an. Gerne könnten sich dafür noch Leute bewerben. Kontakt über die Homepage www.kyoll.de.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und mehr Visuelles und Akustisches über Kyoll erfahren möchte, der kann sich auf ihrer Homepage umschauen.

Gut besucht – Die Eröffnungsparty der Bonner Taverne Voyager

Voyager-Logo_transparentEs sollte ein umtriebiger Tag für das Wuppermond-Team werden: Für den Nachmittag stand ein schon länger geplanter Besuch der Ausstellung „Abenteuer Orient“ in der Bundeskunsthalle auf dem Plan und für die Abendstunden die offizielle Eröffnungsparty des Bonner Fantasy- und Rollenspiel-Pubs Voyager. Vor unserem Museumsbesuch wollten wir uns erstmal einen kleinen Imbiss gönnen. Da wir wussten, dass das Voyager auch schon am Nachmittag geöffnet sein würde, schauten wir dort einfach schon mal vorbei. Die Vorbereitungen für den Abend liefen offenkundig bereits auf vollen Touren, und auch einige Gäste tummelten sich schon zwischen Spieleregal, Bar und Kuchenbuffet, während im Hintergrund die epischen Klänge der Star Wars-Filmmusik zu hören waren (Gerüchten zufolge erklingt in der Taverne auch öfters mal Basil Poledouris’ erhabener Conan der Barbar-Soundtrack, gegen den ich wahrlich auch nichts einzuwenden gehabt hätte). Als Wandschmuck versetzten gotischen Kirchenfenstern ähnelnde Spiegel und romantische Mittelalterdarstellungen den Besucher in eine fantastische Welt der Ritter und Minnesänger. Am Buffet warteten einem Film- und Science Fiction-Fans nicht ganz unbekannten kleinen Roboter nachempfundene R2-D2-Zitronenkuchen auf den hungrigen Reisenden. Daneben gab es noch diverse andere originelle und kreative Leckerbissen wie beispielsweise „Han in Carbonit“, einen Darth Vader- und einen Stormtrooper-Kopf aus Schokoladenkuchen, einen Voyager-Schiff-Gewürzkuchen in 3D, Supermario-Pilz-Muffins und Guinness-Muffins mit Whisky-Frosting. Das optische Highlight in Form einer Tardis-Torte war zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgefahren worden und harrte noch seiner feierlichen Präsentation. Nach einem kleinen Imbiss und einer Tasse leckerem Earl Grey-Tee ging es dann für uns aber erst mal ins Museum.

Dort verging die Zeit angesichts der Sammlung des Archäologen Max Oppenheim – hierzu mehr in einem anderen Artikel – und seiner beeindruckenden Grabungsfunde recht schnell, und so begaben wir uns nach einem äußerst interessanten und kurzweiligen Museumsbesuch einige Stunden später wieder gen Voyager. Doch was mussten wir da erblicken? Ungefähr zwei Dutzend Leute tummelten sich bereits mit dem Bier in der Hand vor der offenen Türe des Pubs, was uns gar Schröckliches ahnen ließ. Und tatsächlich: Unsere Befürchtung, keinen Sitzplatz mehr zu bekommen, schien sich zu erfüllen. Sowohl an Bar und Buffet als auch im geräumigen Souterrain waren bereits alle Sitzplätze belegt, und an einigen Tischen hatten sich schon kleine Spielrunden gebildet. Als wir nach mehreren Rundgängen für die Platzsuche schon fast resigniert hatten, wurde, den Göttern sei Dank, in unserer nächsten Nähe ein Tisch mit gemütlicher Couch-Ecke frei, und wir konnten endlich Platz nehmen. Während die Gruppe am Nebentisch sich in eine Runde Cthulhu Munchkin vertiefte, machten wir uns mit der recht umfangreichen Getränkekarte vertraut. Hier konnte ohne Übertreibung von der sprichwörtlichen „Qual der Wahl“ die Rede sein. Das äußerst breite Angebot hatte sowohl für den Spirituosenkenner als auch für den neugierigen Laien einiges zu bieten und erstreckte sich von diversen Whiskys über gewürzten Honigwein bis hin zu einer beachtlichen Fülle weniger bekannter und ungewöhnlicher Biersorten (India Pale Ale, Kirschbier, Ingwerbier, Trappistenbier und das hochgradig kultige Rauchbier von Schlenkerla, um nur einige zu nennen). Der stilbewußte Steampunker konnte sich an einer Victorian Lemonade von Fentimans erfrischen oder sich auch ein Glas Absinth gönnen. Und sicher werden nicht nur rollenspielerprobte Waldläufer, Kriegerinnen und Barden, die gerade ein paar Orks den Garaus gemacht haben, ihre Freude an Gebräuen mit so klangvollen Namen wie Wychwood King Goblin und Wychwood Brewery Hobgoblin haben.

Tardiskuchen

Foto: Sarah Caspari

Bald gesellte sich gelb-blau gewandet mit breitkrempigen Hut, Umhang und Stulpenstiefeln Ozzimandias der Schelm mit seiner Wandervogellaute „Loreley“ zu uns und erfreute uns mit Spottliedern und Balladen, darunter dem ja eigentlich nur scheinbar obszönen (Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!) „Adele“, der unter anderem durch die Gruppe Liederjan bekannten Ballade von den fünf Söhnen und einem sehr unterhaltsamen alten Volkslied, welches die Mordgelüste gegenüber einer bösen Schwiegermutter zum Ausdruck bringt. Der passionierte DSA-Spieler und LARPer würde gerne noch öfter im Voyager sein mal lustiges, mal nachdenkliches Liedgut zum Besten geben und das Publikum mit wohlklingender Stimme und Gitarrenlaute erfreuen, kann sich aber auch gut vorstellen, einen Tisch im Voyager mit seinen Freunden für Rollenspiel-Runden zu nutzen.

Im Laufe des Abends konnte man auch den einen oder anderen weiteren Gewandeten erblicken, wie zum Beispiel einen Piraten und einen Endzeit-LARPer, und mehrere Male gab es eine exotische Bauchtanz-Darbietung der Tribal-Tänzerinnen vom Akasha-Tribe. So erfreuten sich die Gäste bis in die späte Nacht an Spielen, Speisen und Spirituosen, an Tanz und Gesang. Auch zwei Biologiestudenten aus Bonn, Julian und sein Kommilitone Konstantin, dessen T-Shirt der „Black Knight“ aus Ritter der Kokosnuss zierte, zeigten sich begeistert von der neuen Lokalität. Konstantin, der sowohl dem LARP als auch Pen & Paper-Rollenspielen zugetan ist, fand „den Laden super“, und auch Julian, der eher im Bereich der Online-Rollenspiele zuhause ist, bezeichnete das Voyager als „sehr gemütlich“. So gingen auch beide davon aus, dass dieses nicht ihr letzer Besuch im Rollenspiel-Pub gewesen sein wird. Tierärztin Dagmar und Fotografin Isa waren ebenfalls angetan, ihnen gefiel unter anderem die Tatsache, dass man hier gut spielen könne, sowie die umfangreiche Getränkekarte. Und auch Wirtin Astrid zieht ein positives Fazit des Abends: „Ich denke, die Sachen, die wir als „Specials“ da hatten, sind sehr gut angekommen. Also vom Kuchen über das frischgebraute Craft Beer (Chocolate Ale), der Barde, der sich einen Tag vorher noch ankündigte, die Bauchtanzmädels – alles toll!“ Auch für die Mitarbeiter gibt es ganz klar lobende Worte: „Unsere Mitarbeiter waren super!“ Astrid kündigt an, das, was organisatorisch noch nicht so gut gelaufen sein sollte, nach und nach zu optimieren, und schmiedet schon eifrig Pläne, wie es mit dem Voyager weitergehen soll.

Für die Zukunft sind nämlich bereits diverse Events und besondere Thementage für Nerds, Fantasy-, Science Fiction- und Rollenspiel-Fans in Planung: Ein oder mehrere Male wöchentlich sollen offene Spielerunden stattfinden, bei denen jeder einsteigen kann. Sonntags wird es einen Spielebrunch geben. Der dritte Samstag im Monat ist für weitere Spezialevents reserviert. Außerdem sind geplant: im Juli eine Feen-Con-Aftershowparty, am 16.08. eine Piratenparty, am 20.09. eine Eis-und Feuer-Mottoparty und am 18.10 eine Tolkien-Party.

Unser Fazit: Das Voyager ist ein Rollenspiellokal mit Herz und Potential, ein gemütlicher Anlaufpunkt für Nerds und Fantasyfans, aber auch für Freunde des elaborierten bis unkonventionellen Biergenusses, mit angenehmem Ambiente, nettem Personal und einer gut ausgestatteten Spieleregalwand. Wuppermond wünscht Astrid, Kay und ihrem Team viel Erfolg und weiterhin viel Kreativität für die Gestaltung ihrer Taverne.

Mehr Infos zum Voyager unter: http://www.voyager-bonn.de/

Festivals und Schwebebahnlauf – so vielseitig ist das Underground

Liveloudplakat

Metaller aller Couleur kennen und lieben die Metalkneipe Underground, die in Elberfeld malerisch an der B7 liegt. Im Rahmen des Langen Tisches wurde ein ganz besonderes Ereignis zelebriert: Der Biergarten der Lokalität wurde zum Festivalgelände. Sechs Bands aus der Umgebung spielten bis spät in die Nacht.

Neben den bekannten regionalen Bands Contradiction und Obscurity spielten auch Todesengel, Whiz Kid, Butwetryit und ReCOVered. Es ist das erste Mal, dass die Inhaber Melanie Hachel und Dirk Rudowsky ein Open-Air-Festival veranstaltet haben. Rund 300 Metaller waren an diesem Abend anwesend. Diese arrangierten sich in den teilweise engen Verhältnisse und feierten friedlich im Nieselregen miteinander. Für die richtige Festivalatmosphäre sorgten auch die eigens für die Veranstaltung angefertigten Shirts und die Festivalbecher. Letztere wurden vom begeisterten Wuppermond-Team umgehend entwendet gegen Pfand ausgeliehen.

Die Gäste und die Wuppermond-Redaktion zeigten sich euphorisch. Auch die Künstler waren voll des Lobes. „Die Organisation ist wirklich super. Wie sich hier um die Bands gekümmert wird, das findet man nicht überall“, bestätigte Agalaz, der Sänger der Velberter Metalband Obscurity. Hachel freute sich über das einstimmige Lob: „Aber ohne unsere Mitarbeiter und die wertvolle Hilfe aus dem Kreis unserer Stammgäste hätten wir das nie geschafft.“

Auch wenn gerade kein Festival stattfindet, ist das Underground eine Oase der Freude für Liebhaber der metallischen Hörgenüsse und hat sich als kultige Metalkneipe im Tal etabliert. Neben dem regulären Kneipenbetrieb bietet die Kneipe ihren Gästen ein abwechslungsreiches Programm. So legen an jedem ersten Samstag (also z.B. diesen Samstag, liebe Leser) im Monat DJ Flo und DJ Henning auf. Morgen verlost das Underground zusätzlich 2 x 2 Freikarten für den Film Wacken 3D im Cinemaxx Wuppertal. Am Sonntag, den 6. Juli, haben die Gäste zudem die Möglichkeit, zwischen 12 und 18.30 Uhr das Underground-Team beim Schwebebahnlauf anzufeuern. Der Biergarten liegt direkt an der Laufstrecke und ermöglicht einen entspannten Blick auf das Geschehen.

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