Die Habenichtse – Kupfer ist das neue Gold

„Wir sind für’s Pöbeln und Musikmachen zuständig“, erklärt Pepe Kaminfeger, der Trommler der Habenichtse. Die Mittelalter-Band spielt viel auf Mittelalter-Märkten, aber auch auf Larp-Events wie dem Mythodea oder dem
Drachenfest. „Wir kommen aus dem Larp (Live-Action-Role-Playing) und haben ein Konzept entwickelt, das wir auch auf der Bühne ausleben“, sagt der Musiker. Da die Band nicht warten wollte, bis man sie in eine Schublade steckt, haben die Musiker selbst eine erfunden: „Mittelalterlicher-Bettel-Folk.“

HabenichtseZu diesem Konzept gehört Unrat im Gesicht und ein gewisser
heruntergekommener Charme.

Die Lieder der Truppe drehen sich um Liebe, Kampf und Freiheit. „Kupfer ist das neue Gold“ heißt das neue Album, das in Kürze (das Datum ist noch nicht bekannt) erscheinen wird. Die Musiker haben alles gegeben, jetzt
müsse das Album nur noch gemastert und gepresst werden. Wenn dies geschehen ist, wird die insolvente Truppe dies mit einem rauschenden Fest in der Mittelalter-Taverne Tack in Solingen feiern. Die Band hat sich auf einem Larp kennengelernt. Diego, Roderick und Pepe trafen auf einem Larp im Waldfreunde-Haus in Solingen-Glüder aufeinander. Bei Wein, Weib und Gesang über zwei Tage kam man sich rasch näher und blieb unzertrennlich. „Ich kam erst später dazu“, erzählt Sängerin Flausi.

Das Larp- und das Bühnenkonzept existieren unabhängig voneinander. „Wenn jemand den Pepe Kaminfeger im Larp umbringt, wird er trotzdem noch auf der Bühne stehen“, erklärt Pepe. Wer neugierig geworden ist, kann die verarmten Musikanten hier und da im Bergischen Land antreffen, zum Beispiel beim Jubiliäumsspektakel der Solinger Taverne Tack am 30. November. Weiteres unter: http://www.diehabenichtse.de/

Underground – Headbangen meets Kunst

Seit einem halben Jahr ist die kultige Metal-Kneipe Underground im ehemaligen Glaspalast an der B7 zu finden. Besser erreichbar als vorher – zum Beispiel mit der stets bereiten Schwebebahn –, größer und rauchfrei. Die alte Location in der Nähe des Hauptbahnhofs musste aufgrund des Rauchverbots aufgegeben werden. Der neue Standort ist laut der Inhaber Melanie Hachel und Dirk Rudowsky sehr günstig.

UGWer dennoch dem Nikotin zusprechen will, kann dies unbehelligt im Biergarten des Undergrounds tun. „Für uns war der Umzug ein Glücksfall“, sagen die beiden Inhaber. Auch die Besucher profitieren von der neuen Lage. Wer nach einem gemütlichen Abend nach Hause möchte, benötigt nur zwei Minuten bis zur nächsten Haltestelle, fünf zur Schwebebahnstation Kluse und ungefähr zehn Minuten bis zum Hauptbahnhof.

Wie Wuppermond bereits berichtete, finden kleine und große Metaller im Underground nicht nur Wein, Weib/Langhaarhoschi und Gesang, sondern auch alternative Kulturangebote wie einen LARP-Abend, das vegane Brunch und auch Kunst jenseits des Mainstreams vor.

Diesen Freitag stellen vier interessante Künstler ihre Bilder in der Kneipe vor. Die Künstlerin Hannelore Reffgen präsentiert Zeichnungen und Bilder im karikaturistischen Stil. Hauptsächlich Musiker. Wir sind gespannt, welche. Portraits von Skinheads und Bikern, aber auch Motive aus dem Fetishbereich sind der Schwerpunkt von Detlef Lehmann, dessen Werke ebenfalls im Underground hängen.

Roland Kreutzer erstellt seine Motive am PC. Typische Metal-Motive wie Raben, düstere Landschaften und auch düstere Schiffe gehören zu seinem Repertoire.

skin-UG

Anja Kohs, die auch unter dem Künstlernamen Kaja bekannt ist, zeichnet im Manga- und Fantasystil.

Und: Diesen Sonntag wird es auch wieder einen veganen Brunch geben. Da die Plätze begrenzt sind, wird um vorherige Anmeldung gebeten.

Filmbesprechung: The World’s End – Anti-Held rettet die Welt

Zwölf Pubs wollen Gary King (Simon Pegg) und seine vier Freunden Andy (Nick Frost), Steven (Paddy Considine), Oliver (Martin Freeman) und Peter (Eddie Marsan) besuchen und in jedem von ihnen ein Bier und vielleicht noch einen Shot genießen. Nachdem sie die ersten elf besucht haben, wollen sie in berühmten Pub „The World´s End“ einkehren und das finale Bier bezwingen. Kann man seinen Schulabschluss würdiger feiern als mit dieser „Goldenen Meile“? Es soll die Nacht ihres Lebens werden. Leider schaffen sie es nur Pub Nummer acht und so vollenden sie ihr Vorhaben an diesem legendären Abend nicht.

21 Jahre später. Nach einem Selbstmordversuch ist Gary in der Psychiatrie gelandet. Er hat keine Freunde mehr, keinen Job und kein Leben. Er existiert nur noch in der Vergangenheit und hütet die Reliquien seiner Jugend. Da kommt ihm die Idee , dass er seine goldene Meile vollenden wird, um wenigstens eine Sache im Leben vollbracht zu haben. Dafür benötigt er jedoch die Hilfe seiner ehemaligen Freunde, die jedoch inzwischen verheiratet, selbstständige Unternehmer oder erfolgreiche Rechtsanwälte sind. Diese sind weder von seinem Auftauchen, noch von seiner Idee begeistert. Mit Beharrlichkeit und der einen oder anderen Notlüge, überredet er sie letztendlich. Leider verläuft alles anders als geplant. Seine Freunde stehen zu fest im Leben und haben kein Interesse mehr an Teeniestreichen und Besäufnissen und auch der Ort ist nicht mehr das was er mal war. Plötzlich ändert sich jedoch alles.  Seltsame Wesen haben den Ort überrannt und drohen die Welt zu übernehmen. Nur Gary und seine Freunde stehen zwischen Ihnen und dem Ende der Menschheit. Das Finale wird im „World´s End“ entschieden.

Der dritte Film des Duos Pegg und Frost beendet die Cornetto-Triologie, die mit Shaun of the Dead begann und mit Hot Fuzz fortgesetzt wurde. Das Thema des allein gegen eine Übermacht stehenden Mannes, der gegen eine Horde von Gegnern angehen muss, wird auch dieses Mal zentral behandelt. Waren es im ersten Teil Zombies und im zweiten ein Dorf voller Killer, sind es dieses Mal Aliens die die Menschen manipulieren und kontrollieren. Teilweise erinnert der Film an Genreklassiker wie „Die Dämonischen “ (1956) oder „Invasion vom Mars“ (1953), wo ebenfalls Außerirdische eine Stadt infiltrieren und die Menschen durch eine Art Sklave ersetzen. Auch andere Science-Fiction Klassiker wie „Der Tag an dem die Erde stillstand“ (1951) war offensichtlich Pate für einige Szenen.

Genrefans werden also hervorragend bedient, aber auch die Freunde von britischen Komödien und Actionfans kommen nicht zu kurz. Beginnt der Film als tragikomisches Drama, entwickelt er sich schnell zu einem Actionstreifen mit richtig guten Martial-Arts Einlagen. Auch dabei kommt der Humor nicht zu kurz: Es vergeht eigentlich kaum mal eine Szene, in der man nicht lachen oder schmunzeln muss. Das wird von den grandiosen Darstellern unterstützt. Simon Pegg und Nick Frost harmonieren hervorragend, was kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass sie schon seit 2001 regelmäßig miteinander vor der Kamera stehen. Neben ihnen agieren hochkarätige Schauspieler wie David Bradley (bekannt durch die Rolle des Walder Frey in Game of Thrones) , Pierce Brosnan (James Bond) oder Martin Freeman (Bilbo aus „Der Hobbit). Eine gute Regiearbeit und sehr gut aussehende Special Effects tun ihr Übriges. Gelungen ist auch die für Pegg und Frost typische Sozialkritik und die Persiflage auf die englische Gesellschaft.

Insgesamt ist „The World´s End“ ein mehr als gelungener Film, der eine große Anhängerschaft gewinnen dürfte. Ein würdiger Abschluss einer hervorragenden Trilogie und eine echte Empfehlung! Unbedingt anschauen!!!

Weniger Alltag, mehr Romantik – Oh Marisha!

Was für ein Kleid würde Sissi tragen, wenn sie in der sowjetrussischen Armee wäre?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Marina, die unter dem Label „Oh Marisha!“ in der Domstadt Köln phantasievolle  Kleider designt. „Ich nähe historisch inspirierte Kleider, aber nach meinen eigenen Vorstellungen“, sagt sie. Ihre Kreationen spiegeln den Stil der letzten drei Jahrhunderte wieder. Die viktorianische Mode gefällt der kreativen Designerin aber am besten.

 

MarinakinderwagenDas Nähen ist eine Leidenschaft, die schon früh begann. „Meine Großmutter hat mir das Nähen beigebracht“, erzählt sie. Der Film „Vom Winde verweht“ hatte die kleine Marina begeistert. „Ich habe die Gardinen in der Küche abgeschnitten, um meinen Barbies genau so schöne Kleider zu nähen“, berichtet sie weiter. Die Eltern werden ihr inzwischen bestimmt verziehen haben. Die Kleider, die Marina näht, sind „für Romantiker, Menschen, die noch an Märchen glauben und die sich selbst gern zeigen“. Wer die kunstvollen Kleider sieht, fühlt sich wie einer einer Zeitreise in frühere Epochen versetzt. Ihre Kreationen sind ideal, um den Alltag zu romantisieren, sich eine Auszeit zu gönnen und der inneren Frau auch nach Außen Ausdruck zu verleihen. MarinaBorgia

Einmal im Jahr organisiert Marina mit ihrer Freundin Nathalia LeFay und deren Mann ein historisches Picknick in Köln. Es soll nächstes Jahr wieder am Freitag vor dem Amphi-Festival zelebriert werden. „Wir haben aber selbst nichts mit dem Festival zu tun“, informiert Marina. Die Gäste sollen möglichst historische Kleidung tragen. „Wir ermuntern die Leute , mehr romantische Kleidung aus allen Epochen zu tragen“, sagt die Schneiderin mit einem Lächeln.

 

 

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