Wolverine: Der Weg des Kriegers

Wolverine ist eine der beliebtesten Figuren des Marvel Universums. Er steht für Action, Dramatik, aber auch für Tragik und Verlust. Seit dem Film „X-Men“ wird dieser vielschichtige Charakter von Hugh Jackman verkörpert. In dem neuesten Streifen des Franchises „Wolverine: Weg des Kriegers“ mimt er diesen Charakter nun zum insgesamt sechsten Mal. Um die Rolle möglichst realistisch zu verkörpern, trainierte Jackman viele Monate um Wolverine ein angemessenes Aussehen zu verschaffen: „Ich empfand es als wichtig, dass Wolverine schlank ist, Venen und Muskeln sieht. Er muss einfach stark wirken. Ich wollte immer, dass den Leuten beim Anblick Wolverines ein „Wow!“ über die Lippen kommt“, sagte Jackman während eines Interviews. Um diesem Charakter auch ein neues Gesicht zu geben, trainierte Jackman über viele Monate diverse japanische Kampfkünste wie Ninjutsu oder Karate. Das Image von Wolverine sollte sich ändern, vom  einfachen und brutaler Kneipenschläger zum ausgebildeten Krieger.

Kennern der japanischen Kultur verrät schon der Filmtitel einiges. „Der Weg des Kriegers“ ist eine praktisch wortwörtliche Übersetzung des japanischen Wortes „Bushido“, dass heute allgemein für die Samurai oder auch die japanischen Kampfkünste benutzt wird.

Somit ist der Ort des Geschehens  klar: Japan. Der Film beginnt mit einer Szene aus dem zweiten Weltkrieg. Logan (Hugh Jackman) wird in einem kleinen Loch gefangen gehalten, in dem japanischen Lager herrscht Aufruhr. Der japanische Soldat Shingen (Hiroyuki Sanada) öffnet sein Verlies und schreit ihn panisch an, dass er sein Gefängnis verlassen soll. Kurze Zeit später bricht das Inferno über die kleine benachbarte Stadt Nagasaki los. Logan rettet den Soldaten, welcher ihm daraufhin ewige Dankbarkeit schwört. Über 60 Jahre später sieht man Logan als schmutzigen Streuner, der ungepflegt durch die Wälder streift. Einsam, von Alpträumen seiner ehemaligen Geliebten Jean Gray (Famke Janssen) verfolgt, fristet er ein Dasein, dass von Hass und Trauer getränkt ist. Er ist es Leid das ewige Leben, das immerwährende Verlieren seiner Lieben und die damit verbundene Bitterkeit. Nach einer Kneipenschlägerei lernt er die Japanerin Yukio (Rila Fukushima)kennen, die im Auftrag des inzwischen todkranken japanischen Soldaten unterwegs ist, den Logan einst rettete. Sie soll ihn nach Japan bringen, wo er von Shingen ein verlockendes Angebot bekommen wird. Er will ihn vom Fluch der Unsterblichkeit befreien.

 

„Wolverine: Der Weg des Kriegers“ bietet eine durchweg interessante Story mit vielen Wendungen. Sie basiert auf einem vierteiligen Comic aus den 80er Jahren, das von dem Autor Chris Claremont und dem Zeichner Frank Miller (Sin City, The dark Knight) erschaffen wurde. Gewöhnungsbedürftig ist die Entscheidung des Regisseurs James Mangold (Walk the Line, Todeszug nach Yuma), aus dem Film keinen klassischen Superheldenfilm zu machen, sondern einen handfesten Thriller. Tatsächlich spielen die üblichen Mutanten und deren Kräfte praktisch keine Rolle. Wolverines Verwundbarkeit und die primär menschlichen Gegner sorgen für ein echtes Thrillergefühl. Logan wird regelmäßig verletzt und wird somit von Szene zu Szene schwächer. Dieses ist eine Stärke des Films, denn mit der Schwäche Wolverines, wird sein Charakter böser, düsterer und gewalttätiger als jemals zuvor. Lediglich am Ende darf ein kleiner Mutanten-Showdown nicht fehlen, als „Viper“ (Svetlana Khodchenkova) gegen Logan und seine neugewonnenen Freunde antritt. Dort darf dann auch riesiger Adamantium-Samurai mitmischen. Ansonsten sehen wir eine klassische Yakuza- und Ninjastory. Japans auf uns teilweise skurril anmutende Gesellschaft wird dabei hervorragend dargestellt. Die Mischung als klassischer Tradition und modernster Technik wird exzellent eingefangen. Dabei werden auch viele Anspielungen auf klassische Samurai-Filme, wie z. B. der Serie „Shogun“ mit Richard Chamberlain gemacht.

 

Natürlich stimmt auch die Action, auch wenn es nur relativ wenige Actionszenen gibt, diese jedoch sehr ausführlich und spektakulär ausfallen. Positiv fällt dabei auf, dass auf die heutzutage inflationär gebrauchte „Wackelkamera“ fast vollständig verzichtet wurde.

Auf eine andere, moderne Filmtechnik wurde leider nicht verzichtet: 3D. Zwar ist der Film in echtem 3D gedreht und auch jede Szene ist wirklich sehr plastisch zu sehen, aber die großen Szenen die diese Technik so spektakulär macht und Filme wie „Der Hobbit“ oder „Avatar“ unterstützten, fehlen hier. Hoffen wir, dass diese Unsitte bald verschwindet.

Insgesamt ist der neueste Streifen aus der Marvelschmiede sehr sehenswert und übertrifft den ersten Spin Off des X-Men Franchises. Zwar kommt er nicht an die X-Men Triologie oder auch der Fortsetzung „X-Men – First Class“ heran, aber er ist ein sehr guter, spannender Film mit einer komplexen und gut durchdachten Story. Empfehlung! Der Dreh des nächsten Teiles hat bereits begonnen.

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