Metal trifft auf Bio – das vegane Mitbringbuffet im Underground

Für eine vegane Ernährung interessieren sich – dem Schutz der Tiere und der Lebensmittelskandale wegen – immer mehr Menschen. Die Möglichkeit, diverse vegane Spezialitäten zu kosten, hatten die Gäste der Metalkneipe Underground vergangenen Sonntag. Entgegen aller Klischees von metallischem Lebensstil (halbe Kühe auf dem Grill, ihr wisst schon ;)) verzehrten die Gäste ausschließlich pflanzliche Produkte und diese erwiesen sich als ausgesprochen vielseitig. Es gibt Bruschetta, Bulgursalat, Zitronen-Kokos-Kuchen oder Hirse-Energiebällchen. Produkte wie das vegetarische Mett, „das Vett“ und der „Eier“-Salat ersetzen die herkömmliche Speise. Veganer haben aufgrund der vielseitigen Möglichkeiten, nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen.

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Ein veganes Brunch in einer Metalkneipe mag erst einmal ungewöhnlich wirken, aber die Kombination passt durchaus. Melanie Hachel, die Betreiberin des Underground, lebt vegan. Auch andere Gäste der Metalkneipe teilen ihre Ansicht. „Ich habe etwas länger gebraucht, um herauszufinden, dass viele Gäste auch Veganer sind“, erzählt Melanie. Sie freut sich über die offene und tolerante Haltung ihrer Gäste. „Das Coole ist, dass viele Gäste da sind, die selbst Mischköstler sind, sich aber informieren wollen“, sagt sie. Die Aktion für eine tierproduktfreie Ernährung soll neue Perspektiven aufzeigen. Auch wenn die Gäste nicht zu Veganern würden, so sei es doch schön, wenn diese neue Rezepte und Sichtweisen kennenzulernen. Wer schon ein paarmal in der Woche auf Fleisch verzichte, leiste schon einen Beitrag für den Tierschutz. „Jeder Schritt zählt“, sagt Melanie.

Die vegane Mitbring-Buffet im Underground wird in Zukunft wieder stattfinden. Der nächste Termin steht noch nicht fest. Wir halten, euch, liebe Leser, auf dem Laufenden. Weiter unten findet ihr eine anschauliche „Bauanleitung“ für veganes Mett. Guten Appetit!

Wolverine: Der Weg des Kriegers

Wolverine ist eine der beliebtesten Figuren des Marvel Universums. Er steht für Action, Dramatik, aber auch für Tragik und Verlust. Seit dem Film „X-Men“ wird dieser vielschichtige Charakter von Hugh Jackman verkörpert. In dem neuesten Streifen des Franchises „Wolverine: Weg des Kriegers“ mimt er diesen Charakter nun zum insgesamt sechsten Mal. Um die Rolle möglichst realistisch zu verkörpern, trainierte Jackman viele Monate um Wolverine ein angemessenes Aussehen zu verschaffen: „Ich empfand es als wichtig, dass Wolverine schlank ist, Venen und Muskeln sieht. Er muss einfach stark wirken. Ich wollte immer, dass den Leuten beim Anblick Wolverines ein „Wow!“ über die Lippen kommt“, sagte Jackman während eines Interviews. Um diesem Charakter auch ein neues Gesicht zu geben, trainierte Jackman über viele Monate diverse japanische Kampfkünste wie Ninjutsu oder Karate. Das Image von Wolverine sollte sich ändern, vom  einfachen und brutaler Kneipenschläger zum ausgebildeten Krieger.

Kennern der japanischen Kultur verrät schon der Filmtitel einiges. „Der Weg des Kriegers“ ist eine praktisch wortwörtliche Übersetzung des japanischen Wortes „Bushido“, dass heute allgemein für die Samurai oder auch die japanischen Kampfkünste benutzt wird.

Somit ist der Ort des Geschehens  klar: Japan. Der Film beginnt mit einer Szene aus dem zweiten Weltkrieg. Logan (Hugh Jackman) wird in einem kleinen Loch gefangen gehalten, in dem japanischen Lager herrscht Aufruhr. Der japanische Soldat Shingen (Hiroyuki Sanada) öffnet sein Verlies und schreit ihn panisch an, dass er sein Gefängnis verlassen soll. Kurze Zeit später bricht das Inferno über die kleine benachbarte Stadt Nagasaki los. Logan rettet den Soldaten, welcher ihm daraufhin ewige Dankbarkeit schwört. Über 60 Jahre später sieht man Logan als schmutzigen Streuner, der ungepflegt durch die Wälder streift. Einsam, von Alpträumen seiner ehemaligen Geliebten Jean Gray (Famke Janssen) verfolgt, fristet er ein Dasein, dass von Hass und Trauer getränkt ist. Er ist es Leid das ewige Leben, das immerwährende Verlieren seiner Lieben und die damit verbundene Bitterkeit. Nach einer Kneipenschlägerei lernt er die Japanerin Yukio (Rila Fukushima)kennen, die im Auftrag des inzwischen todkranken japanischen Soldaten unterwegs ist, den Logan einst rettete. Sie soll ihn nach Japan bringen, wo er von Shingen ein verlockendes Angebot bekommen wird. Er will ihn vom Fluch der Unsterblichkeit befreien.

 

„Wolverine: Der Weg des Kriegers“ bietet eine durchweg interessante Story mit vielen Wendungen. Sie basiert auf einem vierteiligen Comic aus den 80er Jahren, das von dem Autor Chris Claremont und dem Zeichner Frank Miller (Sin City, The dark Knight) erschaffen wurde. Gewöhnungsbedürftig ist die Entscheidung des Regisseurs James Mangold (Walk the Line, Todeszug nach Yuma), aus dem Film keinen klassischen Superheldenfilm zu machen, sondern einen handfesten Thriller. Tatsächlich spielen die üblichen Mutanten und deren Kräfte praktisch keine Rolle. Wolverines Verwundbarkeit und die primär menschlichen Gegner sorgen für ein echtes Thrillergefühl. Logan wird regelmäßig verletzt und wird somit von Szene zu Szene schwächer. Dieses ist eine Stärke des Films, denn mit der Schwäche Wolverines, wird sein Charakter böser, düsterer und gewalttätiger als jemals zuvor. Lediglich am Ende darf ein kleiner Mutanten-Showdown nicht fehlen, als „Viper“ (Svetlana Khodchenkova) gegen Logan und seine neugewonnenen Freunde antritt. Dort darf dann auch riesiger Adamantium-Samurai mitmischen. Ansonsten sehen wir eine klassische Yakuza- und Ninjastory. Japans auf uns teilweise skurril anmutende Gesellschaft wird dabei hervorragend dargestellt. Die Mischung als klassischer Tradition und modernster Technik wird exzellent eingefangen. Dabei werden auch viele Anspielungen auf klassische Samurai-Filme, wie z. B. der Serie „Shogun“ mit Richard Chamberlain gemacht.

 

Natürlich stimmt auch die Action, auch wenn es nur relativ wenige Actionszenen gibt, diese jedoch sehr ausführlich und spektakulär ausfallen. Positiv fällt dabei auf, dass auf die heutzutage inflationär gebrauchte „Wackelkamera“ fast vollständig verzichtet wurde.

Auf eine andere, moderne Filmtechnik wurde leider nicht verzichtet: 3D. Zwar ist der Film in echtem 3D gedreht und auch jede Szene ist wirklich sehr plastisch zu sehen, aber die großen Szenen die diese Technik so spektakulär macht und Filme wie „Der Hobbit“ oder „Avatar“ unterstützten, fehlen hier. Hoffen wir, dass diese Unsitte bald verschwindet.

Insgesamt ist der neueste Streifen aus der Marvelschmiede sehr sehenswert und übertrifft den ersten Spin Off des X-Men Franchises. Zwar kommt er nicht an die X-Men Triologie oder auch der Fortsetzung „X-Men – First Class“ heran, aber er ist ein sehr guter, spannender Film mit einer komplexen und gut durchdachten Story. Empfehlung! Der Dreh des nächsten Teiles hat bereits begonnen.

Der Streit um des Kaisers Statue

Wilhelm II

Wer von Wuppertal nach Köln fährt, wird kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof der Heiligen Stadt von vier Reitern begrüßt, die gemeinsam die Hohenzollernbrücke flankieren. Der Name der Brücke leitet sich von eben diesen vier Reitern ab. Hier findet sich König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, sowie seine Nachfolger auf dem preußischen Thron, die zugleich die drei Kaiser des Deutschen Kaiserreichs waren, Wilhelm I., Friedrich III. und dessen Sohn Wilhelm II. Deren Statuen sind bei der Einweihung der Brücke 1911 ein Zeichen der Herrschaft der Preußen über die Rheinprovinz gewesen und die pragmatischen Kölner lernten schnell mit diesen vier Preußen zu leben.

Der letztgenannte Wilhelm war vor allem dafür bekannt, dass er es liebte in historischen Uniformen aus allen Regionen herumzulaufen. Er liebte das Militär und vor allem die Marine, die unter seiner Herrschaft stark ausgebaut wurde. Wilhelm II. hatte einen zu kurzen Arm, war der Lieblingsenkel von Königin Victoria und ein überzeugter konservativer Monarchist, der fest davon ausging, ein Anruf bei seinen Vettern in London und St. Petersburg könnte alle politischen Probleme Europas schnell und einfach lösen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er damit Holz zu hacken.

Im Prinzip wäre er ein durchaus spleeniger, wenn auch nicht unbedingt angenehmer Zeitgenosse gewesen, wenn am Ende seiner Herrschaft nicht das Ende des Deutschen Kaiserreichs und der Erste Weltkrieg gestanden hätte. Dieser Umstand vor allem ist ein Problem für viele Menschen der heutigen Zeit, die in der Schule noch gelernt haben, dass dieser Krieg in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs, die erste Diktatur auf deutschem Boden und den Holocaust führte. Kann man diesem Kaiser ein Denkmal setzen?

In Wuppertal wird derzeit erneut über ein Denkmal diskutiert – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Diskutierte man zu Beginn des Jahres noch über den Wiederaufbau eines unbekannten Zaunes aus der Restaurationszeit nach 1815, so ist es diesmal größer. Im Fokus steht nun das Elberfelder Rathaus, das heute ein Verwaltungsgebäude ist. Dieses Gebäude, dass im Oktober 1900 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht wurde, als dieser mit seiner Frau auch zusammen die erste Fahrt im Kaiserwagen der Schwebebahn unternahm, besaß einmal vier Statuen. Hans-Joachim Camphausen, der sich immer sehr um die Stadtgeschichte Wuppertals bemüht hat und probierte, die schwersten Schäden des Zweiten Weltkriegs an den Fassaden der historischen Gebäude, restaurieren zu lassen oder einfach Denkmäler wie das der Elberfelder Armenpflege errichten zu lassen, indem er Spenden sammelte, wollte nach der erfolgreichen Etablierung des Ritter Arnolds zum Elberfleder Stadtjubiläum auch noch diese vier anderen Statuen des Rathauses erneuern lassen. Das Geld war bereits eingesammelt, um Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Johann Wilhelm III. von Berg, Friedrich Wilhelm III. und Kaiser Wilhelm II. wieder auferstehen zu lassen. Aber genau dieser ist es eben, der auf Bedenken stößt. So heißt es in der Pressemitteilung des Oberbürgermeiters Peter Jung:

„Wir müssen erkennen, dass die eigentliche Intention des Projektes, die historische Wiederherstellung der Fassade inklusive der signifikanten, auf die Stadtgeschichte verweisenden Skulpturen, angesichts der Diskussion um die politische Würdigung Wilhelms II. in den Hintergrund getreten ist und damit das Vorhaben keine ungeteilte Akzeptanz findet“.

In dieser Aussage findet sich zwei Ideen für ein solches Denkmal. Zum einen Camphausens Vorstellung einer Restaurierung der Denkmäler, um das Rathaus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Diese Idee ist keine Glorifizierung Wilhelms sondern in erster Linie einer der Städte Elberfeld und Barmen zum Jahr 1900, als beide Städte zu den reichsten Städten Deutschlands gehörten. Zum anderen ist da die Idee, die mit einem Denkmal auch immer verbunden ist. Bei einem Denkmal für einen Menschen schwingt immer der alte Plutarch mit, der meinte, die Beschäftigung mit hervorragenden Männern – in seinem Fall waren es nur solche – könne das Denken und Handeln positiv beeinflußen. Sicherlich ist dies eine löbliche Überlegung. Dennoch: Kein Mensch ist ohne Fehler. Wer einem Menschen ein Denkmal setzt, der lobt nicht nur dessen positiven Eigenschaften, der sorgt auch dafür, dass man sich mit den negativen Eigenschaften eines solchen Menschen auseinander setzen muss, wenn die Zeit gekommen ist. In der Presseerklärung heißt es weiter:

„Daher sollte im Elberfelder Rathaus eine Hinweistafel mit einer kritischen Würdigung und Informationen zum Zeitbezug der vier Monarchen angebracht werden.“

Solche Hinweisschilder sind eine famose Idee. Ohne die dazugehörigen Statuen aber zeigt es keine kritische Würdigung zum Zeitbezug, sondern lediglich die Angst vor einer Diskussion. Man sollte beide Ideen miteinander in Zusammenhang bringen, um so dem Rathaus seine Historie zurückgeben und selber Teil dieser zu werden. Wilhelm II. mag umstritten sein, aber das Machtwort des Oberbürgermeisters ist ein Armutszeugnis für eine lebhafte Demokratie, in der Streitkultur das höchste Gut darstellen sollte. Hier wird der Streit verschwiegen, der Kompromiss nicht zugelassen, weil einem der letzte Kaiser nicht astrein genug war. Das war er nicht, das war kein Mensch, dem man ein Denkmal setzt. Dieses Wissen um ihn ist aber kein Argument gegen eine Statue, die ihm eben nicht huldigen soll.

Der Autor ist Schriftführer des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Wuppertal. Dieser Text stellt keine Stellungnahme des BGV Wuppertal dar und ist lediglich die persönliche Meinung des Verfassers.

„Die Göttliche Komodie“ – eine surrealistische Reise

Die göttliche Komödie ist ein Stück Literatur, das an das Genre der mittelalterlichen Jenseitsvisionen anknüpft. Sie auf die Bühne zu bringen, ist eine Herausforderung. Das polnische Theater A inszeniert diesen Stoff auf eine ganz besondere Weise. Dem Zuschauer wird die sichere Distanz eines Theatersitzes unter dem Hintern weggezogen und durch aktive Teilhabe am Geschehen ersetzt. Ein leerstehendes Haus der Langenfelder Klinik diente letzten Freitag als Kulisse und Spielort. „Der morbide Eindruck des Hauses […] ist vom Theater gewollt und Teil der Inszenierung, heißt es im Programm. Ein spezielles Merkmal der polnischen Schauspieler ist die Auseinandersetzung mit der Identität des christlichen Europas.

Beatrice

Beatrice

 

Das Tschilpen einer Amsel ist Teil der natürlichen Kulisse, dem Garten, in dem das Stück beginnt. Die engelsgleiche Beatrice rennt fort und Dante, gespielt von Klaudiusz Kaufmann, findet sich in einem finsteren Wald wieder, in dem ihn wilde Tiere verfolgen. Hier trifft er auf den römischen Dichter Vergilius, der ihm als Führer durch die Hölle und das Fegefeuer dienen wird. Es gibt keine Bühne und damit auch wenig Distanz zur Handlung. Die Handlung führt die Zuschauer durch Räume, die einst Teil der psychiatrischen Klinik gewesen sind. In der ersten Etage durchleiden die Seelen die Qualen der Hölle, in der zweiten werden sie durch das Fegefeuer geläutert. In jedem Raum findet der Zuschauer zum Teil verstörende Szenen vor. Eine Frau rennt in einem Raum hilflos gegen die Wände eines Glaskäfigs. Das Gefühl unterlassene Hilfeleistung begangen zu haben oder an dem intimen Leiden einer Person ungefragt Teil zu haben, stellt sich schnell ein. Wie auch Dante ist das Publikum Teil dieser göttlichen Komödie.

Hölle

Gepeinigte Seele

Der Weg durch das Fegefeuer führt allerdings zur Erlösung. Der Tanz des Vergil kann als Übergang zwischen Himmel und Fegefeuer angesehen werden. Als Heide darf dieser das himmlische Paradies nicht betreten. Beatrice begleitet Dante dorthin.

Dieses Stück war neben dem beeindruckenden Stück „Apokalypse“ das letzte Stück, das das Theater A im Rahmen der Neanderland Biennale 2013 aufführte. Wer in Zukunft die Gelegenheit hat, sich eine der Aufführungen der Truppe anzusehen, sollte dies nicht verpassen.

Vergil

Vergils Tanz

Was ist Wuppermond?

Wuppermond-LogoWuppermond ist ein Onlinemagazin, das sich mit Kultur rund um Wuppertal und das Bergische Land beschäftigt. Der Schwerpunkt liegt in der Region, jedoch sollten Events in Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Alles, was ihr von Wuppertal aus mühelos erreichen könnt, wird in den Kanon aufgenommen. Bücherfreunde und Fans des Rollenspiels werden sicher auch nicht zu kurz kommen. Auch über andere interessante Blogs werden wir euch informieren. Auf diesem Onlinemagazin findet ihr, liebe Leser, Beiträge über (sub)kulturelle Perlen abseits des Mainstreams. Ein Veranstaltungskalender, der euch über aktuelle Events im Bergischen Land informieren wird, folgt in Kürze.

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